Baumfällung in Dortmund_ Hannöversche Straße, Ecke Rüschebrinkstraße

 

Vorgestern hatte ich bei BG einen Radiosender aus Dortmund gehört. Sie sagten, dass in Wambel wieder Bäume gefällt werden. Ich war sehr erschrocken, denn seit mehreren Jahren werden in dieser Gegend fast alle alten Bäume gefällt – der Grund war damals eine Siedlungssanierung ...

 

Vorher

Nacher

 

Ich dachte erst nichts Schlimmes, denn es war da noch nicht erkennbar, ob und vor allem wann, es wirklich zu Baumfällungen kommen sollte.

Wir mussten später einkaufen, und ich habe einige Bilder mit meinem Handy gemacht. Sie sind nicht besonders gut, aber sie zeigen den Ausmaß der Zerstörung.

 

 

 

Das nächste Bild ist vom Parkplatz bei Netto aufgenommen.

 

Der Grund der Abholzung sei eine Sondierungsmaßnahme auf Kampfmittel.
Bäume würden also darum gefällt, weil man dort Blindgänger vermutet.
10 (!) uralte Bäme wären untersucht worden, ob dort Vögel nisten. Man hatte natürlich nichts gefunden, und natürlich hat auch niemand in Anwohnernähe bemerkt, dass in den ca 15 m-hohen Bäumen irgendwonach gesucht wurde.
Die Feuerwehr wollte/sollte diese Baumfällung als Übung für Neuanfänger und zur Fortbildung nutzen. Sie war sehr fleißig …

 

Ist diese Abholzung erlaubt ?

 

Eigentlich Ja und Nein.
Es ist eher eine Gesetzeslücke …

Zitatauschnitte

“… Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz – BNatSchG)
§ 39 Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen; Ermächtigung zum Erlass von Rechtsverordnungen

(1) Es ist verboten,

1.
wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten,
2.
wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten,
3.
Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.

~~~~~~~~~~
(4) Das gewerbsmäßige Entnehmen, Be- oder Verarbeiten wild lebender Pflanzen bedarf unbeschadet der Rechte der Eigentümer und sonstiger Nutzungsberechtigter der Genehmigung der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörde. Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn der Bestand der betreffenden Art am Ort der Entnahme nicht gefährdet und der Naturhaushalt nicht erheblich beeinträchtigt werden. Die Entnahme hat pfleglich zu erfolgen …
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
(5) Es ist verboten,
… Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen,
3.
Röhrichte in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September zurückzuschneiden; außerhalb dieser Zeiten dürfen Röhrichte nur in Abschnitten zurückgeschnitten werden …

Die Verbote des Satzes 1 Nummer 1 bis 3 gelten nicht für

1.
behördlich angeordnete Maßnahmen …
… zulässige Bauvorhaben, wenn nur geringfügiger Gehölzbewuchs zur Verwirklichung der Baumaßnahmen beseitigt werden muss …

Quelle

 

Von geringfügiger Zerstörung zur Verwirklichung der Baumaßnahmen kann man nun wirklich nicht sprechen.
Das heutige Photo, auch von mir als Beifahrer gesmartphont, zeigt die volle Zerstörung der riesigen Bäume und die Menge an verlorenen Lebensraum.

Es gibt hier kaum noch Lebensraum für kleine Tiere,
weil alles, was grün und groß ist, abgeholzt wurde und wird. Dazu kommen noch die Anwohner, die Stadt Vorgärten lieber Steine pflegen und darum alles austauschen.
Nur noch Rabenvögel leben auf Dächer, Kaninchen sieht man hier genauso wenig wie Meisen ö.ä. Kleintiere

 

Quelle

 

Wie man gut erkennen kann, gibt es alleridngs für jedes Problem eine Lösung, wenn man die Gesetzeslage ‘kennt’

Zusammengefasst ->
Das Grundstück gehört der Stadt Dortmund.
Es ist zwar noch nicht September, aber es wurde scheinbar genauestens untersucht, ob nicht ein Vögelchen irgendwo in 15 m Höhe ein Nest hat.
Die Feuerwehr hat einen Übungsplatz für Neu-und Altlinge.
… und zur Abholzung dieser Baumgruppe wurde versprochen 5 Kastanien und 5 Nußbäume in Dortmund_Brackel anzupflanzen …

Kastanien ?
Die haben in ganz nicht nur Meniermotten, sondern dazu das Bakterium ‘Pseudomonas syringae pv. aesculi.’

“… Die von den Bakterien befallenen Bäume beginnen erst zu bluten. Dann werden die Wunden in der Rinde von Pilzen befallen. Die Blätter und Äste werden welk. Am Ende verfaulen die Bäume sozusagen bei lebendigem Stamm …
… Im gesamten Stadtgebiet gibt es insgesamt 2275 Kastanien. Davon sind 452 Bäume bereits von dem Bakterium befallen. Das sind 20 Prozent des Gesamtbestandes …

Müssen alle erkrankten Bäume gefällt werden?

Das kommt darauf an, wie stark sie befallen sind. Sie werden regelmäßig untersucht und gefällt, wenn sie nicht mehr verkehrssicher sind. Bis jetzt gibt es auch keine Bekämpfungsmöglichkeiten – erkrankte Bäume können nicht geheilt werden … ”
Quelle

Über die Walnussbäume mag ich gerade nicht schreiben, denn diese holen sich die ganzen Schadstoffe aus der Erde, stinken nach Benzol – und selbst unsere Kaninchen haben Angst vor Vergiftung.

 

Ich könnte gerade mal k…. !
Warum werden Bäume in Brackel gepflanzt ( wo übrigens auch kein Platz ist ), wenn die aus Wambel geschlachtet wurden
… und sie quasi NULL Überlebungschance in ganz DunkelDortmund haben ?!

 

Es gibt natürlich eine Antwort auf das Dortmunder Chaos.
Da das Grundstück der Stadt gehört, plant sie dieses ‘angeblich’ als Gewerbefläche anbieten zu wollen.

Ich werde darüber weiter berichten, denn ich persönlich denke eher an Wohnraumbeschaffung.

 

meine Gedanken :

[Peter Rudl ]

Es sind oftmals die grausamsten Verluste,
über die nicht Buch geführt wird.

 

 

DD_DunkelDortmund ist sowas von … dunkel …

 

Ich werde niemals verstehen, warum hier irgendwas freiwillig wohnen will.

© Archimeda1

 

 

lg Archi

 

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3 Responses to Baumfällung in Dortmund_ Hannöversche Straße, Ecke Rüschebrinkstraße

  1. 1973 hatte Dortmund trotz der Zechen und Stahlwerke 49% Grün.
    Heute haben wir keine Zechen und Stahlwerke mehr, und es wird fast jede Grünfläche abgeholzt und zugebaut.
    Man kann in Dortmund 500 grüne Flecke fotographieren, diese Fotos ein paar Politikern zeigen, und schon sind sie hellauf begeistert, denn man kann da ja bauen.
    Dortmund ist im Bauwahn.
    Das erinnert mich an den Phönix-See. Erst wird der See ausgebaggert und dann der ganze Bereich drumrum zugebaut. Denn es lebt.
    Irgend wo habe ich das schon einmal gelesen…

    BG

    • Dortmund war eine Stahlwüste und wird nun Betonwüste …
      Ich will hier weg, möglichst schnell !³³³

  2. Ich auch.

    BG