Ein trauriger Tierheimbesuch

 

Vorgestern bekamen wir einen Anruf vom Tierschutz. Es wurde gefragt, ob wir vielleicht noch ein Pflegeplätzchen frei haben.

Eigentlich sind wir mit unseren drei Großkaninchen und Katze reichlich dicht, aber schauen wollten wir trotzdem mal.
Auf dem Parkplatz begegneten wir ein älteres Paar mit einem Minihund. Er kläffte fröhlich und sprang munter um seine Besitzer herum. Sie sagten, dass er im in Urlaubs-Quarantäne war, und sie ihn nun wieder nachhause holen würden.

Ich finde es eigentlich nicht so gut, wenn man in den Urlaub fährt, aber den Hund nicht mitnehmen will. Es gibt mittlerweile schon sehr viele günstige Angebote bei denen ein Hündchen ausdrücklich erwünscht ist.
Eine andere Möglichkeit wäre eine Hundepension.
Diese ist zwar nicht ganz so günstig, aber der Vorteil ist, dass in guten Pensionen geübt werden kann. Dazu bringt man den Hund erst stundenweise, dann mal zum Wochenende vorbei. Liebevolle Hundepensionsinhaber werden die Hunde beobachten und so zusammen bringen, dass sie sich gut verstehen. Meine Sis macht das seit Jahren, und darum ist ihr Hund oft mit den gleichen Hunden zusammen, weil ihre Freunde, mit denen sie zusammen Gassi geht, fast zur gleichen Zeit in Urlaub fahren.

Eine Tierheimverwahrung sollte möglichst nur eine ‘letzte Möglichkeit’ sein, weil dort auch Hunde sind, die schon länger dort sind.
Man mag mich für verrückt halten, aber ich bin der Meinung, dass sich jedes Tier in seiner Sprache unterhält.
Ein geliebter Wohnungshund, der dort die Geschichten der armen Heimhunde hört, dazu das befremdliche Personal und die Räumlichkeiten, wird dadurch in seinem Vertrauen zum eigenen Herrchen oder Frauchen stark verunsichert.
Eher unsensible Menschen kann man vielleicht mit _n-Denken überzeugen ->
Wer mag schon gerne aus gemütlichem und liebevollem Daheim zu Fremden in einem separatem Zimmer eingepfercht werden, die nicht mehr streicheln, sondern nur einen Futterteller hinlegen, und den Tag damit beenden, bis die dunkle und einsame Nacht durch die Sonne abgelöst wird …

Im Tierheim-Außengehege sind BG und ich zuerst zu den Hundezwinger gegangen.
Es gibt dort verschiedene Gänge, die man schleifenmäßig langgehen kann. An den großen Metalltoren hängen Schilder, die über das dortige Tier Auskunft geben.
Jetzt in der Ferienzeit von war jeder Zwinger besetzt. Auf den Schildern stand meistens nur : “Keine Auskunft möglich, gerade herein gekommen, noch kein Profil vorhanden.”
Ferienfundtiere … kann man so grob sagen. Was eine Schande
Hunde gab es dort in allen Größen und Farben. Die meisten bellten und sprangen an den Gitterstäben empor um Aufmerksamkeit zu bekommen. Manche Hündchen lagen nur noch apathisch in Ecken. Ausgekläfft, ausgelaugt ohne weitere Hoffnung …
Wir gingen alle Gänge durch. Irgendwie hat mich diese Situation an Kinderheime erinnert. Nach Liebe bettelnde Kinder, die DOCH nie adoptiert werden.

Nachdem ich lange in einer Ecke gestanden hatte, bis ich nicht mehr weinen musste, sind wir ins innere des Tierheims gegangen.
und Meerschweinchen gab es nur wenige, aber eine Menge Katzen.

Katzen landen manchmal auch in Tierheimen, wenn sie Glück haben, und Mensch in Urlaub will. Glück darum, weil sie oft einfach nur ausgesetzt werden. In Wälder, Mülltonnen, Plastikabfallsäcken …
Jeder weiß, dass Katzen ihr Heim als Territorium sehen, dass sie sich dort wohl- und zurecht fühlen. Sie schmusen mit ihren ‘Eigentümern’ und geben alle Liebe zurück, die man ihnen gibt. Wenn die Babykatze dann ausgewachsen ist und ‘nicht mehr so niedlich’ ist, ist Katze oft nur noch ein Abfallprodukt und Störfaktor.
… oder schwangeres und störendes Abfallprodukt …

Wir durften in den internen Katzenbereich.
Eine Katzendame wurde trächtig gebracht.
Diese Bringerin, nenne ich mal netterweise nur ‘Person’ kannte weder die Katze noch den Deck-Kater. Die trächtige Katze war ihr ‘zugelaufen’.
Das Tierheim kümmert sich nun um die Männchen ( die sind im Internet nicht gut zu verkaufen, wegen SteriKosten etc ) und

von einem Katerbaby habe ich ein Bild bekommen

 

“Dieser Minikater heißt ”, sagte der nette Pfleger. “Er wurde im Tierheim von einer lieben Abgabe-Mieze geboren. Keiner will aber Kater-Babies …
Könnt ihr nicht mal versuchen das Tierchen noch …”

Öm, Name schon gegeben ? *rechtsguck* …
BG´S Augen signalisierten  -> Es ist noch Suppe da … *sing* …

So nur zur Not, so als allerletzte Möglichkeit für Monti, haben wir unsere Handy-Nummern da gelassen
Gleich beide Nummern, damit wir auch erreichbar sind …

 

Wenn die Kotprobenuntersuchung keine Krankheiten zeigt, werden wir Monti oder den anderen Kater zu uns holen.
Cora wird sich freuen, denn die Häschen kuscheln zwar mit ihr, aber sie versteht nicht deren Sprache …

 

Wenn es Neues gibt, berichte ich dazu 

 

lg Archi

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One Response to Ein trauriger Tierheimbesuch

  1. Der Pfleger sagte uns, dass sehr viele Tiere zZ aus dem Ausland mitgebracht würden und diese dann im Tierheim in Quarantäne müßten. Dabei hätten sie so schon viele Tiere die auch ein neues Heim bräuchten. Sie haben dort auch als neue Errungenschaft ein 400 l Aquarium, mit Mollies, Skalaren, Barschen…

    BG