Kaninchen einschläfern

 

Ich habe lange nach passender Überschrift gesucht, um zu beschreiben,
was passiert, wenn das liebe Kaninchen eingeschläfert werden muss.

Die Ursache dafür ist,
dass wir eben unseren geliebten Zwitter einschläfern haben müssen.

 

Wir dachten schon, dass es nicht gut werden kann,
denn Goethe lag nur noch auf einer Seite, wollte nicht aufstehen oder etwas zu sich nehmen.
Schmerzen hatte er wohl nicht.
BG hatte ihm ein Medikament für die typischen Blähungen verabreicht. Ich streichelte vorsichtig sein Bäuchlein im Uhrzeigersinn.

Nach einigen Stunden verweigerte er die Pipette mit Wasser.

Wir redeten sehr lange darüber, ob es nicht besser wäre ihn einschläfern zu lassen.
Goethe trank ungefähr 250 ml Wasser /Tag – ohne Flüssigkeit würde er qualvoll verdursten.
Tränenreich haben wir uns für das Wohl von Goethe entschieden und ihn einschläfern lassen, damit sein Leiden ein Ende hat.

Die Angst vor dem Unbekannten war ziemlich groß.
Wie läuft die Einschläferung ab ?
Wie lange dauert es bis zur Erlösung ?
Hat das Tierchen Schmerzen dabei ?

Da wir diese furchtbare Situation nun hinter uns haben möchte ich darüber schreiben, um anderen Tierhaltern die Angst zu nehmen.
Wir wollten dabei sein, bis zum Ende. Das waren wir Goethe schuldig.
Ich empfehle es ebenso zu machen, denn dann ist man beruhigt,

dass der Liebling wirklich gut ins andere Reich kommt.

In der Praxis muss man nur kurz warten, wenn man sich vorher telefonisch anmeldet und erklärt worum es geht.
Die Tierärztin ( oder Arzt ) schaut sich das Tier genau an.
Der Darm wird abgetastet, die Augen angeschaut, dann über den Allgemeinzustand berichtet.
Wenn das Tier sich nur noch quält wird mit Eurer Zustimmung zur Euthanasie ( Einschläferung ) geraten.
Der Ablauf ist friedlich und sehr schnell.
Das Tier bekommt eine Beruhigungsspritze.
Nach ca 5 Minuten werden mit einem Stetoskop die Herztöne abgehört.
Ein weiteres Medikament wird direkt ins Herz gespritzt.
Es dauert kaum 2 Sekunden bis das Tierchen schmerzfrei gestorben ist.
Die Herztöne werden zur Todesbestätigung noch kontrolliert.
Danach wird das Tier samt Spielzeug o.ä. in die Lieblingsdecke eingeschlagen,
vom TA noch liebvoll verabschiedet.

Wir lassen Goethe verbrennen.

Es war ein ziemlich mieser Tag heute.
Trotzdem hoffe ich, dass Eure Entscheidung für eine Einschläferung ist,
wenn Ihr keine Angst vor dem Vorgang haben müsst.

Die Frage ist
Soll Euer Liebling lange leiden,
oder wollt Ihr ihm die Zufriedenheit geben schmerzlos in die andere Reichsebene zu gleiten ?
meine Gedanken :

 

In meinem Glauben sieht man alle Verstorbene,
sei es Mensch oder Tier,
später wieder.
Entscheidet Euch richtig,
denn Ihr habt ebenso nur ein Leben.

© Archimeda1

 

***************************************************


11 Responses to Kaninchen einschläfern

  1. Seit dem Tod von Thomas war Goethe deprimiert.
    Die Ankunft von Yeti beruhigte ihn kaum und wir mußten ihn Anfangs, alle 2 Wochen gegen Durchfall behandeln. Jetzt schien alles in Ordnung und doch hat Goethe sein nicht Fressen versteckt.
    Er wollte einfach nicht mehr.
    Heute Morgen saß er auf dem Klo und da wir unsere Hasenbabys zum täglichen Kuscheln und Erziehen abholen hab ich gedacht, nimm Goethe mit.
    Goethe legte sich zum Kuscheln hin, da er aber auf Tasten des Darms zuckte bekam er SAB und die Blähungen waren sofort weg. Danach legte er sich hin und wollte nicht mehr aufstehen. Er wollte nur noch bestreichelt werden und dahin träumen.
    Als sich abzeichnete, dass er noch nicht einmal trinken wollte trafen wir diese Entscheidung.
    Verdursten lassen geht gar nicht….
    Die Tierärztin meinte: Zwei Tage vorher hätte man vielleicht noch was machen können aber wenn er keine Symptome zeigt…
    Goethe sprach mit uns wenn er wollte und er verstand jedes Wort von uns, aber auch dass wir ihn genau beobachteten.

    BG

  2. Guten Morgen Uli,
    es tut mir sehr leid, dass Ihr Euren Goethe habt einschläfern müssen. Ich musste so etwas auch schon veranlassen, z. B. beim schwarzen Kater Pilli vor einigen Jahren. Es ist ein Angehöriger, der von einem geht.
    LG Joachim

    • Guten Morgen Joachim

      Ja, alle Tiere gehören zur Familie. Es tut sehr weh, aber es war die einzige Entscheidungsmöglichkeit.

      liebe Grüße Uli

  3. Shadow says:

    Dann kommt dann die Aussage „der Tod gehört halt zum Leben dazu“ und wenn man gerade betroffen ist, möchte man der Person, die so etwas sagt, einfach nur auf die Fresse hauen. Zumindest geht es mir so, denn solche Floskeln bringen mich, ich zeige gegenüber Aussenstehenden nicht gerne Trauer, in Rage. Wut ist dann halt das nächste starke negative Gefühl. Aber Trauer gehört tatsächlich zu unserem Leben. Ein schönes chinesisches Sprichwort finde ich, „was die Seife für den Körper, sind die Tränen für die Seele“.
    Auch wenn es eine Floskel ist, gehört der Tod tatsächlich zum Leben. Viel entscheidender finde ich die Qualität des Lebens. Ich bin bekennender Carnivore, ich steh dazu, dass der Mensch ein Raubier ist, aber ich esse ausschliesslich Fleisch von Tieren, die vernünftig ernährt wurden und auch Auslauf hatten. Das ist teurer, deshalb halt auch weniger davon, aber dann kann ich es auch mit gutem Gewissen geniessen.
    Im Verlauf meines Lebens habe ich schon einige Menschen und Tiere verloren. Wenn der anfängliche, ohnmächtige Schmerz vorbei ist, stelle ich mich eigentlich immer die gleiche Frage: hatten sie ein gutes Leben? Hast Du dein Möglichstes dazu beigetragen, dass es ihnen gut ging (wobei man sich da natürlich auch nicht selbst kasteien soll, jeder macht Fehler).
    Die Entscheidung zu treffen, ein Tier zu euthansieren, ist wahnsinnig schwer, denn sie bedingt Liebe und Respekt gegenüber dem Tier und den eigenen Egoismus, denn man möchte ja nicht loslassen und den Verlust erleben, zurückzustellen. Zum Glück sind die Ärzte heute in der Human-Medizin auch nicht mehr auf dem Trip, dass alles und jedes – auch wenn es noch so sinnlos und entwürdigend ist – zu tun, um das Leben eines Menschen möglichst lange zu erhalten. Meine Mutter wurde letzten März mit einem akuten Pneumothorax eingeliefert, wobei die eigentliche Erkrankung Lungenkrebs (zum zweiten Mal) mit 3 Metastasen im Gehirn war. Die Ärztin hat sich die Krankengeschichte angeschaut und gesehen, dass die Heilungschancen praktisch 0 waren und ihr einfach ein grausamer Leidensweg mit Operationen, Chemo und Bestrahlung bevor gestanden hätte. Sie hat sofort auf eine Palliative-Therapie umgestellt und sie mit hochdossiertem Morphium erlöst. Ich habe den Obduktionsbericht gelesen. Es war die richtige Entscheidung und ich bin der Ärztin sehr dankbar, dass sie so mildtätig war.
    In der Summe möchte ich damit sagen, dass ich finde, dass wir nicht nur unsere Tiere erlösen sollten, sondern es auch Menschen erlauben sollten, die terminal krank sind, nicht mehr kämpfen mögen und mit dem Leben abgeschlossen haben.

    • Archi says:

      Shadow, du sprichst mir aus der Seele.
      Nicht nur Tiere, sondern auch Menschen sollten erlöst werden dürfen.
      In Deutschland ist das nicht erlaubt. Ich hoffe, dass da noch etwas geändert wird.
      In NDS habe ich in einer forensischen Klinik für Korsakow-Kranke gearbeitet. Dieses Pflegezentrum hatte in sich so viele leidende Menschen, dass es kaum ertragbar war.
      Das mit deiner Mutter tut mir sehr leid, aber der Arzt hatte die einzig richtige Möglichkeit durchgeführt.

      liebe Grüße Uli

  4. Shadow says:

    In der Schweiz besteht Exit. Das ist eine Stiftung, die den Freitod bei schwerer Krankheit ermöglicht. Es gibt da natürlich gewisse Voraussetzungen. Das muss auch so sein, denn es kann nicht sein, dass solche Institutionen für einen angenehmen Freitod missbraucht werden. Es finden Voruntersuchungen, natürlich auch psychologische, statt. Wird festgestellt, dass der Patient bei vollem Bewusstsein ist und nicht psychisch derart erkrankt, dass diese die Triebfeder für den Freitod ist, sondern eine terminale Erkrankung vorliegt, darf der Patient Medikamente zu sich nehmen, die ihn sterben lassen. Voraussetzung ist der Wohnsitz in der Schweiz, aber auch da hilft Exit. Der aktuelle Kostenpunkt liegt, glaube ich, bei CHF 3k, wenn man „neues“ Mitglied ist.
    Das soll nun nicht heissen, dass ich es total klasse finde, wenn jeder sich einfach mal kurz selbstmordet, aber ich finde, jeder Mensch hat das Recht dazu, zu entscheiden, wann es für ihn genug ist. Ich habe es auch schon selbst miterlebt, dass eine Frau gekämpft hatte. Die Diagnose war ALS. Die Krankheit schritt extrem schnell voran und die Frau hatte nur noch Schmerzen. Selbst das Umlegen von der einen auf die andere Seite war für sie eine Höllenqual. Sie konnte sich nicht mehr bewegen, nicht mehr selbständig zur Toillette, nicht mehr alleine essen und trinken. Und egal was sie tat, alles verursachte nur noch Schmerzen. Sie hatte sich dann für Exit entschieden. Vielleicht hätte sie noch einige Jahre gelebt, aber die wären – vor allem aus ihrer Sicht und Empfinden – nicht mehr lebenswert gewesen.

    Ich finde dies eine mutige Entscheidung, ich weiss nicht, ob ich die selbst so treffen könnte, denn ich kämpfe immer, aber ich kann die Entscheidung verstehen, nachvollziehen und respektieren. Es muss tatsächlich jedem selbst überlassen sein, wann er nicht mehr leben möchte, wenn er terminal krank ist. Ach ja, ich hab natürlich einen Exit-Pass, denn ich möchte mir alle Entscheidungen offen lassen.

    • Archi says:

      Hallo Shadow

      ALS ist eine ziemlich schlimme Nervenerkrankung. Der Weg war sicher der Beste. Der Name ‚Exit‘ finde ich ziemlich passend. Es bedeutet das Ende von Leid und das Ende von diesem Leben.

      lg Uli

  5. Shadow says:

    Uli, Du hast geschrieben, dass man alle Verstorbenen wieder sieht. Wie kommst Du zu dieser Aussage? Ich stelle diese Frage aus einem sehr bestimmten Grund, denn ich hatte schon viele sehr „komische“ Erlebnisse in diesem Zusammenhang. Seit ich 5 Jahre alt bin (nur bin ich 47) kann ich Tod voraussehen. Und zwar nicht nur von Menschen, sondern auch von Tieren. Ich hab noch ein paar andere Tricks drauf, die dann eher in die Richtung Cold Reading gehen, aber die haben wenig Mystisches, sondern einfach nur mit Menschenkenntnis und Empathie zu tun.
    Mir ging es so. Ich war damals 5 Jahre alt und ich wusste, dass meine Grossmutter immer wieder krank war. Sie hatte schwere Diabetes und war wegen der auch erblindet. Irgendwann sagte sie auch zu meiner Mutter, ich kann mich bis 1 1/2 zurückerinnern, dass sie nicht mehr leben wolle. Dann war da ein herrlicher, heisser Sommertag. Dazu muss ich sagen, dass ich Wasser liebe. Das ist mein Element. Trotzdem ging ich an dem Tag nicht schwimmen, sondern schlenderte umher. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich einer Hein-/Hecken-Buche in Vogelnest entdeckt habe und eine unendliche Traurigkeit empfunden habe. Irgendwann kam mein Vater und sprach kurz mit meiner Mutter. Sie sagte zu mir, ich solle noch kurz ins Wasser gehen und dann würden wir nach Hause gehen. Hab ich gemacht. Meine Eltern sassen am Rand.Ich habe mich umgedreht, meinen Vater angeschaut und gesagt „das rote Omi [ich hatte sie in rot und blau kategorisiert – hallo Aspie] ist tot. Er hat genickt.
    Das ging dann so in meinem Leben weiter. Tante, andere Oma, Onkel usw. Aber auch Tiere. Das Schlimmste war Bonito, ein silberner Katzenmann. Der lag in meinem luziden Traum in meinem Arm und hat sich von mir verabschiedet. Niemand hätte gedacht, dass der nicht mehr nach Hause kommt, aber er hatte Dickdarm-Krebs und war nicht mehr zu retten.
    Aber es gab mit der „Fähigkeit“ auch lustige Sachen. Das Beste war, dass ich meinem Ex-Mann sagte, an welchem Datum wir heiraten. Das Aufgebot war rum, er musste unterrichten (er hat damals Buchhaltung und kaufmännisches Rechnen an einer Privatschule unterreichtet) und ich hatte frei. Wochen zuvor hatte ich ein Kreuzchen in seinen Terminkalender gemacht und gesagt, dass wir an dem Tag heiraten werden. Er ist ein sehr logisch und analytisch denkender Mench. Er fand es auch total witzig, da er mir sagte, dass der Termin ja gar nicht mehr möglich sei, da er in 7 Tagen sei. – Ich war tiefenentspannt, sagte bloss, dass ich den ersten Termin nehmen würde. Wir haben uns um 1600 in einer Kneipe nahe der Schule getroffen. Er fragte mich, wann wir heiraten würden, Meine Antwort war „och Menno, das hab ich Dir doch schon vor Wochen gesagt.“ Süss war die Reaktion. „Ich will Dich nicht heiraten, Du bist eine Hexe“. Am 21.11.2016 feierten wir silberne Hochzeit. Wir leben schon lange noch mehr zusammen, würden uns aber auch nie scheiden lassen, denn die gegenseitige Wertschätzung ist zu hoch.

    • Archi says:

      Hi Shadow

      Zum ‚Cold Reading‘ erst einmal. Dieses versteckte Fragespiel mag ich gar nicht.
      Man sollte offen und ehrlich sein, und dem Gegenüber eine Möglichkeit einräumen nicht antworten zu brauchen. Da gerade Wahrsager*innen solche Methoden einsetzen, nämlich um danach so zu tun, als erfahre der Klient etwas Neues über sich, sind diese Menschen, die sich durch Hokuspokus beeindrucken lassen, selber Schuld.
      Du sagtest aber bereits, dass es bei dir nicht um Mystisches geht. Zu Empathie im normalen Sinn, kann ich kaum etwas sagen. Mein Wert sei sehr niedrig, lt Tests, was ich aber für Unsinn erachte. Ich kann mich überaus gut in Tiere versetzen. Bei Menschen finde ich es schwer, denn viele sind nicht ehrlich, nicht einmal zu sich selber. Da ich deren Mimik gar nicht deute, ist es mir damit reichlich egal, ob mich Wer anlächelt. Was der oder die innerlich denkt sagen mir eher die Hände und die Farben, mit der sich die Person umgibt.

      Ich finde es beachtenswert, dass du diese Erfahrungen gemacht hast.
      Bei einer Oma und bei Opa hatte ich ähnliche Voraussicht. Das war allerdings eine logische Schlussfolgerung zur Krankheit, Dauer und Restbefinden.

      Es gibt noch etwas uraltes Großes, was uns reifen lässt, damit wir lernen das Leben zu achten.
      Denke bitte mal an die Pyramiden. Sie gehen von breitem Unten zur Spitze. Darin sind viele Kammern, genau nach verschiedenen Sternen gerichtet.
      Das Ziel eines Menschen ist bis zur obersten Spitze zu gelangen. Nach jedem eigenen Tod werden die gewonnenen Erfahrungen bemessen. Zur Reinheit fehlen bestimmte Erlebnisse. Trauer, Wut, Ärger, Freude, Hilfsbereitschaft, Achtung, Schmerz, Leid etc
      Sollte nun etwas noch nicht gelebt worden sein, zB Demut – muss das Leben ab einem gewissen Zeitpunkt wieder gelebt werden um diese Erfahrung zu sammeln. So erklärt es sich, dass selbst Babies sterben. Es fehlte vielleicht nur noch ein Punkt. In diesem Fall, vielleicht nur Mut. Mut leben zu wollen, obwohl man krank ist. Das ist natürlich nur ein Beispiel.
      Mit jeder Erfahrung kommt man eine oder mehrere Kammern zur Spitze. Irgendwann hat man alles, was man benötigt um alle lieben Personen/Tiere wieder zu sehen. Da jedes Wesen diese Schritte geht, sieht man sich wieder. Manchmal dauert es eine Weile, aber es liegt oft an sich selbst.
      Damit ist man an der Spitze seines Lebens, die Spitze der eigenen Pyramide – und kann den letzten Schritt zu den Sternen gehen.
      Das ist der absoluter Friede.

      liebe grüße Uli

  6. Shadow says:

    Guten Morgen Uli
    Wow! Jetzt habe ich Gänsehaut, ein wunderschöner Text. Danke Dir dafür.

    Zum Cold Reading. Sagen wir mal so, ich steh einfach dazu, dass ich das einigermassen gut kann. Natürlich könnte ich mich jetzt hinsetzen, ein Tarot-Deck und eine Kristallkugel auf den Tisch packen und erzählen, ich sei Hellseherin und Wahrsagerin. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich kein Fragespiel dazu brauche, mir reichen die Informationen, die ich erhalte. Da wären wir aber auch schon wieder bei einem meiner Lieblingsthemen, nämlich dem wertantwortungsvollen Umgang mit Macht. Mein Gegenüber versteht oft nicht, weshalb ich so viel weiss und versuchen darin etwas Übersinnliches zu sehen. Da liegt es an mir, dies ins richtige Licht zu rücken und dieses oftmals surreale Vertrauen nicht zu missbrauchen.Der letzte „Fall“ zeigt dies sehr deutlich. Eine Frau mittleren Alters hat aufgrund einiger schlechter Entscheidungen einen riesigen Schuldenberg vor sich und ist auch gesundheitlich angeschlagen. Natürlich hätte ich ihr irgendeinen Schwachfug erzählen und aus ihrer Notlage Kapital schlagen können, wäre unglaublich einfach gewesen. Aber ich könnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, aus der Verzweiflung anderer Kapital zu schlagen. Ich hab mich mit ihr auseinandergesetzt, das Ganze durchgerechnet, sie zur Schuldenberatung geschickt (denn die haben tatsächlich andere Möglichkeiten und ein anderes Gewicht bei der Verhandlung mit Gläubigern) und ihr Geld geschickt, damit sie und ihre 4 Katzen (wenn Tiere Hunger haben müssen, hört der Spass bei mir nämlich komplett auf) über die Runden kommen. Du siehst, ich versuche da ganz bewusst, meine eigenen Interessen ausen vor zu lassen und vernünftige Ratschläge zu geben. Ob die immer richtig sind, weiss ich natürlich nicht, aber ich bemühe mich redlich, die Menschen nicht in einen Scheiss zu quatschen.

    Deinem Lebens-Stufen-Plan stimme ich zu, ich sehe das ganz ähnlich. Wenn ich Menschen begegne, die bereits in jungen Jahren über eine Tief- und Hintergründigkeit verfügen, empfinde ich dies immer als alte Seelen und stelle mir vor, dass sie nicht das erste Mal auf der Welt sind.

    Einen wunderschönen Frühsommertag
    Shadow

    • Archi says:

      Hallo Shadow

      Ist es dir nicht schon passiert, dass du genau eine gleiche Situation bereits erlebt hattest, die du in einem Moment erlebst ?
      Sicher hat es den Grund, dass du diesen Moment schon erlebt hattest. Du bist an einem Entscheidungspunkt angelangt, den du noch einmal überdenken kannst. Dabei könnte man auch End-Scheidung schreiben.
      Es war sehr nett, dass du der Mutter und ihren Tieren geholfen hast. Alles, was man tut, kommt auf einen wieder zurück. Das Gute und das Schlechte. Sie wird dir sicher sehr dankbar sein und für dich auf ihrer Weise so etwas wie beten.

      liebe Frühlingsgrüße zurück
      Uli