Pute im Backofen mit Rotkohl

Ich wollte meinen Eltern eine Freude machen und habe darum eine große Pute bei EDEKA bestellt

Es ist jetzt keine Putenzeit, und selbst in der METRO haben wir keine gefunden. Sie war ein wenig schwerer als 5 KG, und ich habe mich entschieden sie im Backofen zu machen.

Pute im Backofen zuzubereiten ist ultra-leicht und gut für Anfänger geeignet. Man brauch dazu nur eine tiefe Fettpfanne und einen großen Bräter. Den Rotkohl mach ich immer frisch, denn die Kaufware ist viel zu sauer. Selbst dieser ist aber einfach zuzubereiten.

Zutaten :

  1. Pute
  2. 1 Rotkohl
  3. 4 süße Äpfel
  4. 8 Zwiebeln
  5. 1 Päckchen Rohschinkelwürfel
  6. Gummihandschuhe
  7. flüssige Zitrone, Apfelessig, Rosmarin, Lorbeerblätter, etwas Öl, Salz Pfeffer, edelsüßes Paprikapulver, Nelken, 1 Metall-Teesieb, einige Zahnsstocher

eventuell zur Gewürz-Notverbesserung :

1 Würfel oder 1 Eßl Rinderbrühe und 1 Würfel Hühnerbrühe

Ich habe die einzelnen Schritte dieses Mal in einem Bild zusammen gefasst. Das könnt Ihr speichern.

Ich fasse es noch kurz zusammen ->

4 Äpfel werden geschält und in Wasser mit einem Schuß Zitrone gelegt, damit sie nicht braun werden, denn sonst sehen sie unappetittlich aus. Danach werden sie alle entkernt und in kleinen Spalten geschnitten, genau so wie die Zwiebeln. Ich schneide alles in kleinen Spalten, damit man später nicht auf Stücke beißt. So geht der Apfel während der Garzeit vollständig im Gericht auf.

Die Pute wird ordentlich unter fließendem Wasser gewaschen, von den Resten der Federkiele gereinigt und dann mit Küchentüchern abgetrocknet.

Die Hälfte der Apfel- und der Zwiebelspalten gebe ich nun abwechselnd in das Innere der Pute. Mit Zahnstocher versuche ich wieder mal zu schließen, aber das klappt eh nie richtig, macht also nicht wirklich etwas  😉

Oben auf die Pute kommt nun eine gute Menge Salz, Paprikapulver und ein Schuß Öl. Damit kann ich dann gummibehandschuht das ganze Teil ringsherum gut eincremen. Selbst die Flügel werden damit bis in kleinster Ecke gewürzt.

Putengarung:

  • Der Backofen brauch nicht vorgeheizt werden.
  • In den Bräter gebe ich 1 Liter Wasser, und darauf die Pute.
  • Auf 180 °C brutzelt sie nun in der Umluft für 1 Stunde.
  • Danach würze ich das Restwasser mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver.
  • Nach weiteren 30 Min schalte ich die Umluft auf 160 °C

Das war es schon.

Für jedes Kilo Geflügel rechnet man mit einer Stunde Backofengarzeit. 5 Kilo war meine, also brauche ich 5 Stunden, damit sie richtig zart wird. Nach diesen Stunden schaltet man den Backofen kurz aus.

Nun kommt der schwierigste Teil, denn die Pute sieht von oben recht knusprig aus, aber von unten ist sie weich und hässlich. Darum schüttet man den Bratensaft, der später bei Bedarf noch nachgewürzt und angedickt wird, in einen Topf und dreht sie um. Das macht bei mir BG, denn er wendet sie einfach, indem er den ganzen Topf dreht. Somit liegt sie auf dem Bräterdeckel. Ihr müsstet das Geflügel vorsichtig anders drehen. Schreibt doch mal, wie das am einfachsten ist.

Umgedreht geht es wieder in den Backofen. Ich lasse sie bei Umluft und Grillschaltung noch 20 Minuten auf 200 °C bräunen.

Während man auf die Putengarung wartet wird der Rotkohl geschnitten. [ Gummihandschuhe anziehen, sonst sind Eure Hände und Nägel verfärbt ] Ich nehme dazu immer ein Asiatisches Hackebeil. Das ist sehr scharf und alles in kurzen Momenten zerkleinert.

Rotkohlzubereitung :

In einem großen Topf habe ich ein wenig Wasser, den Rohschinken, die Reste der Apfel- und Zwiebelspalten.

Nach kurzen 5-Minuten gebe ich so viel Rotkohl in den Topf, bis er bis zum Deckel reicht. Ein Teesieb fülle ich mit Lorbeerblätter und Nelken. Viele Menschen ekeln sich nämlich, wenn sie auf Nelken beißen. Das Teesieb sorgt für den gleichen Geschmack, ohne dass man auf Mienen kauen wird. Ich nehme dazu drei Blätter und acht Nelken. Das könnt Ihr so variieren, wie Ihr es mögt. Das Sieb hänge ich an den Topfrand, damit das Aroma sanft in den Kohl ziehen kann.

Alle 30 Minuten schaue ich ob der Rotkohl schon angegart ist. Dann rühre ich gut um und fülle den restlichen Rotkohl auf. Gewürzt wird mit Salz, Pfeffer und einen Schuß Apfelessig. Rotkohl brauch Zeit. Rechnet mit wenigstens zwei Stunden bis er fertig ist.

Wir haben noch Kartoffeln gekauft und sind dann zu meinen Eltern gefahren. Während die Pute und der Kohl noch kurz erwärmt wurde, habe ich einen großen Topf Salzkartoffeln zubereitet.

So gab es am Freitag ein richtiges Festmahl

 

Meine Eltern hatten als Nachtisch verschiedene Eissorten angeboten und meine Mutter backte einen Krümel-Apfelkuchen mit einem Berg echter Schlagsahne. Der war so lecker, dass ich ihn nachbacken und später bloggen werde.

Natürlich blieb eine Menge von allem übrig. Das Geflügelfleisch wurde von den Knochen entfernt, und so konnten meine Eltern portionsmäßig Pute und Rotkohl einfrieren.

Es war ein schöner Tag

lg Archi 

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4 Responses to Pute im Backofen mit Rotkohl

  1. So, du hast also die Pute zur Geschmacksverstärkung eingecremt, wie bei einem Sonnenbad. So wie die geschmeckt hat, hast du sie ganz zärtlich bearbeitet. Das war so etwas von lecker, das dein Vater, der gerne beim Essen redet, keinen Ton heraus bekam. Er hat sich von nichts ablenken lassen.

    Der Kuchen deiner Mutter war eine Konstrukionsüberraschung und war ebenfalls super lecker. Auf diese Idee muß man erst einmal kommen und dann auch noch ausprobieren.

    BG

    • Ja, das war alles sehr lecker. Wenn ich nun bedenke, dass ich einen Apfelkuchen auf Hefeteigbasis mache, und meine Mutter ’nur‘ mit Krümelteig, und der so richtig saugeil schmeckt … Sowas muss man erstmal wissen 🙂

      Archi

  2. Guten Abend Uli,

    das ist wirklich ein Festbraten. Zu Weihnachten könnte ich mal so etwas machen. Beim Lesen habe ich deine Vorfreude auf das Gourmet-Essen gespürt. Allen hat es geschmeckt. Es gab sogar Kuchen! Das war sicherlich ein schöner Tag. Die Rotkohl-Zubereitung werde ich mir merken. Vielen Dank!

    LG Joachim

  3. Guten Morgen lieber Joachim
    Ich koche sehr gerne, und meine Eltern bekommen so eine Mahlzeit eher sehr selten. Man freut sich, wenn man sieht, dass es allen schmeckt.
    Seit den neuen Verordnungen schmecken die Konserven oft nicht mehr. Da wird eben alles wieder selbst zubereitet

    lg Uli