Schmalflügliger Pelzbienenölkäfer_Sitaris muralis

 

Am Samstag war es endlich mal nicht so heiß, und darum mussten wir zu BG´s Mutter und ein wenig länger bleiben.

Wenn ich Migräne hätte, würde ich direkt ein Mittel vorher einnehmen, aber so bekam ich später normales Kopfweh, wie üblich nach solchen Besuchen, denn dieser ist immer sehr anstrengend.
Ich hatte Kartoffelsalat gemacht, und BG grillte einige Geflügelwürstchen. Später gab es noch ein wenig Schnellpudding und eine feine Tasse Kaffee.

Plötzlich ist etwas geschehen, was auf dem Balkon von BG´s Mutter auf gar keinen Fall passieren darf —>
es lebte etwas, es krabbelte und war auch noch unbekannt.
Man muss zu dieser Begebenheit wissen, dass sie erst vor einer Woche ihren sämtlichen Lavendel abgemurkst hatte, denn dieser war selbstverständlich mächtig angehummelt. Er wurde bis auf das tiefste Holz gekürzt, und wird darum wohl im Winter völlig entschwinden.
Selbst Blüten anderer Pflanzen waren nicht mehr findbar und passten nun zu den kitschigen Plastikpflanztöpfen innerhalb ihrer Wohnug.
Unsere Aussage dazu ist : “Vorsicht, es lebt’ …

Trotzdem, oder gerade deswegen wagte sich etwas Lebendes auf der Außenseite ihres Balkonkastens zu krabbeln …

… und konnte dazu noch vorzüglich klettern

Der elektrische Fliegenpatsch war in ihrer unmittelbaren Nähe. Was ein Unglück 

Ich nahm den schnell auf, und setzte ihn auf einen Balkonkasten, der nicht in Tischnähe war. Damit hoffte ich das Übeltier – nein, ich meine nicht B´s Mutter, sondern den unschuldigen – vor einem vorzeitigen Käfertot zu schützen.
Wir hörten noch ungefähr eine halbe Stunde die gleichen Geschichten, die wir immer hörten.
Dann –
dann ist eine Katastrophe eingetreten, die hätte nie eintreten dürfen.
Das Käferchen hatte keine Lust gehabt auf der kalten Balkonerde rumzwuseln. Es krabbelte direkt über Mutters Kopf an der Balkondecke und peilte ihr steriles und warmes Wohnzimmer an.
Ein Notfallplan musste her – ein kleiner Plastikbeutel, der elektrischer Fliegenpatsch und BG.
BG ist groß genug. Der Käfer wurde angestupst und plumpste auf das Elektroteil, was natürlich nicht an war.

Ich schob ihn in die Tüte, pustete ein wenig Luft hinein, und schon gab es einen Grund schnell zu BG zu fahren, um das Tier auf Balkonien auszusetzen.

Daheim setzt ich das Tierchen in die hinterste Ecke, möglichst weit weg vom Mini-Insektenhotel.

Mir war der Käfer nicht bekannt, und alles was ich nicht kenne kommt in diese Ecke, denn von dort fliegt und krabbelt alles zu den mächtigen Bäumen gegenüber.

Nun musste ich noch herausfinden, welches Tier das war.
Dazu nutze ich immer als erstes die Domain ‘_de
KLICKhier

Diese Seite ist sehr übersichtlich, weil vorzüglich katalogisiert, und hat besonders schöne Bilder. Sie kommt gleich zu meinen Favoriten, rechts unten.

Ich habe den Käfer leider trotzdem nicht gefunden, denn ich bin nicht kundig genug, und wusste nicht bei welcher Käferkategorie ich hätte anfangen müssen zu suchen.
Darum schrieb ich eine Mail an den WebSeitenbetreiber Herrn Andreas Haselböck.
Dieser Herr ist Mitglied im Wildbienen-Kataster und im Entomologischen Verein Stuttgart

Ich freute mich, dass ich nach ein oder zwei Tagen schon eine Antwort bekam.

Herr Andreas Haselböck schrieb mir, dass es sich bei meinem Käfer um einen Ölkäfer handelt, den ‘_Schmalflügeliger Pelzbienen-Ölkäfer’
Dieser Käfer ist ein Pelzbienenparasit, und kommt ursprünglich aus warmen Ländern. Durch die Klimaerwärmung sieht man ihn auch im Westen, und er ist ziemlich unangenehm für die Bienen.

Zitatausschnitte

” … Der Schmalflügelige Pelzbienen-Ölkäfer ist ein Parasitoid bei Pelzbienen, in Deutschland vor allem bei Anthophora plumipes, seltener werden Mauer- und Wollbienen als Wirte genutzt …
… Sie schlüpfen aus den Wirtsnestern, paaren sich, die Weibchen legen ihre bis zu 1000 Eier in einem großen Paket, das bevorzugt an feste Unterlagen wie Steine geheftet wird, in der unmittelbaren Nähe der Pelzbienennester ab, …”

Den ganzen Text lest Ihr bitte bei der Quelle_HIERklick

Ich habe nun das Mini-Insektenhotel genau untersucht, und nichts gefunden, was dort nicht hineingehört.
Der Käfer ist verschwunden, und ich glaube, dass es so besser ist.

Ich möchte Euch noch etwas zu denken mitgeben.
Es ist durchaus nicht gut, dass man ein Tier von einer Gegend in die andere verschleppt.
Das habe ich nun gelernt.
Beim nächsten Mal, werde ich das gefundene Lebewesen nur von einer Gefahrenstelle in eine Sicherheit bringen,
denn nur so kann man sein eigenes Umfeld vor möglichen Schädlingen schützen.

 

Mein Dank geht mit aufrichtigen Grüßen an Herrn Andreas Haselböck

 

lg Archi

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4 Responses to Schmalflügliger Pelzbienenölkäfer_Sitaris muralis

  1. Das Thema Mutter ist eine traurige Angelegenheit. Alles was sich um sie herum bewegt wird platt gemacht. Selbst wenn mal ein Vogel ihre Blumenkästen besucht wird eine Phalanx aus Schaschlik-Stäbchen so in den Kästen eingebohrt, dass die Vögel keine Möglichkeit mehr zu landen haben.
    Vorsicht es lebt….

    Ich finde es klasse, dass der Herr Haselböck dir geantwortet hat. Bei den meißten Webseiten ist das keine Selbstverständlichkeit.
    Auf unsere Bienchen werden wir gut aufpassen.

    BG

    • Ja, Herr Haselböck hat freundlich geantwortet, obwohl er sicher oft mit viel Müll überfragt wird.
      Deine Mutter ist schon sehr alt. Trotzdem ist es fast unverständlich welche Gemeinheiten sie immer parat hat …

      Archi

  2. Guten Morgen Uli,
    das ist wieder ein sehr interessanter Bericht. Den Käfer kannte ich bisher nicht. Wir können uns freuen und dankbar sein, dass es Naturfreunde wie Herrn Haselböck gibt, die ihr Wissen gerne weitergeben. Seltsam sieht der Käfer aus. Die Natur wird sich bei seiner Gestaltung schon etwas dabei gedacht haben.
    Übriges, es gibt Menschen, für die Pflanzen und Blumen reine Dekoration und Schauobjekte sind und die müssen in Ordnung gehalten werden.
    Danke für den ausführlichen Bericht.
    LG Joachim

    • Hi Joachim
      Herr Haselböck bekommt sicher eine Menge Anfragen. Es war sehr nett, dass er mir so schnell geantwortet hatte.
      BG´s Mutter ist in manchen Sachen recht seltsam, aber die Tier-und Pflanzenmanie ist echt krank…

      lg Uli