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  • Wenn jemand nicht mehr alleine wohnen kann

     

    …  ist es dann gemein einen Heimplatz zu suchen ?

     

    Seit Sonntag, den 11.04.2021 ist BG’s Mutter wieder im Krankenhaus

    Nachdem 2019 bereits eine Hernie diagnostiziert wurde, und sie sich kurz nach ihrer nach Entlassung die Hüfte gebrochen hatte, ist sie nun wegen einem Fußbruch in der Klinik.
    Mit ihren 92 Jahren ist sie geistig zwar noch recht fit, aber körperlich eben nicht, und die Osteoporose sorgt dafür, dass ihre Knochen spröde sind, und ein kleiner Fall, bzw eine kleine unachtsame Bewegung reicht schon aus um sich übel zu verletzen.
    Wie immer sind wir für ihre Bedienung zuständig, und sie nutzt das kräftig aus. Kaum hat man organisiert, dass ihre Sachen auf ihre Station gebracht wurden, da klingelt auch schon das Handy, denn ihr ist ‚eben‘ eingefallen, dass sie noch etwas brauch, wie gestern zB dämliche Haferkekse von Aldi.

     

     

    Vom Notarzt wurde sie zuerst in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht um sie zu untersuchen. Dort wurde der Fußbruch festgestellt, aber BG’s Mutter wollte ihn nicht operieren lassen. Also muss sie nun eine Art Stiefel tragen, in der ärztlichen Hoffnung, dass der Knochen selbstständig heilt. Sie wurde nun in ein weit entferntes KH gefahren. Dort muss sie vorerst 6 Tage in Einzel-Quarantäne. Die Toilette ist dort auf dem Flur, wo sie natürlich nicht hin kann/soll, sonst wäre eine Quarantäne sinnfrei. Wir sind, wie immer an allem Schuld, und sie lässt keine Gelegenheit aus um sich äußerst übel über etwas zu beschweren, sei es durch mentale Erpressung oder andere Gemeinheiten.

    Daheim isst sie zB jeden Morgen 1 Brötchen mit Marmelade, und man staune, so als Eben-Eingelieferte bekommt sie dort Graubrot. Ich weiß nicht, wie es bei Euch in Krankenhäusern ist. In NRW gibt es zuerst immer das Essen, was sich die vor kurzem Entlassenen gewünscht hatten, und daran ist dann auch nichts zu ändern, weder mit Gezeter noch mit anderen Gemeinheiten.
    Nach den 6 Tagen darf sich eine Person als Besuch eintragen lassen. Diese wird im KH vorher getestet. Ich bin mir sicher, dass ich es nicht sein werde!

    Derweil fahren wir so ca alle drei Tage in ihre Wohnung, denn es sieht dort schrecklich aus. Am ersten Tag war ich 5 Stunden beschäftigt, um ihre Kochwäsche zu erledigen, alle Fenster zu reinigen und zu saugen. Die andere Wäsche werde ich nach und nach erledigen, denn es hat sich eine Menge angehäuft, das ja auch noch abgenommen und gefaltet werden muss. Die Schränke habe ich fast alle sauber und abgewaschen, und nun versuche ich den penetranten Geruch mit kochendem Essig aus der Wohnung zu bekommen.

    Versteht mich bitte nicht falsch. Ich helfe immer gerne und viel, aber ich möchte dafür ein einfaches Danke hören, und nicht „Das hast du umgestellt, das vergessen“_ und das es normal sei, wenn ich nun mein vollständiges Leben aufgebe, nur um rundumdieuhr ihre Wünsche zu erfüllen. Das mache ich nämlich bereits fast 10 Jahre, und nun habe ich für mich selber einen Endpunkt gesetzt.
    Ich habe es wirklich satt, und selbst die Ärztin weiß eigentlich nicht, ob BG’s Mutter wieder alleine nachhause kann. Nach ca 14 Tagen ist Besprechung mit ihr, dem Pflegepersonal und den Bewegungstherapeuten. Dann werden sie entscheiden, wie es weiter geht.
    In meinem Glauben ist es so, dass man negative Wünsche in Mehrheit zurück bekommt, darum denke ich so oft => … und führe mich nicht in Versuchung …

    Jeden Tag nehme ich mir vor hier einen Eintrag zu schreiben. Ich bin aber abends so ausgelaugt, dass ich zwar anfange, aber nichts zu Ende bringe.

    lg Archi

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