LWL Freilichtmuseum Hagen_ Nie wieder dahin, oder zum Weihnachtsmarkt

 

© Archimeda 1

Vorgestern waren mit meinem ältesten Sohn Daniel, genannt Dada und seiner sympatischen Frau Natalie verabredet.

Ich war seit Jahren nicht mehr auf einem Weihnachtsmarkt, und Schwiegertochter Natalie hatte den kleinen Leon Alexander extra bei Freunden unter gebracht.

Es sollte ein ganz besonderer Abend werden.

Dada und seine Frau wohnen in Essen, Natalie war vorher noch arbeiten.

Wir haben also versucht von Dortmund zu Essen gleichzeitig immer Kontakt zu bleiben, um möglichst gleichzeitig in ca 35 km-Entfernung anzukommen.
Das war gar nicht so einfach, denn die Autobahnen waren reichlich voll.
Wir waren nach ca 45 minütiger Hinkriecherei, auf einer 1,5 km- Stecke in Hagen vor den Kindern da, brachte uns aber rein gar nichts, weil alle Parplätze gesperrt waren.
Zwei Kilometer mussten wir vom Zielpunkt wegfahren, um umkehren zu können. Nach 1 km rückwärts  haben wir die Radarfalle gefunden, oder eher sie uns. Bei Temp 65 in einer Zone zwischen 30-50 warten wir mal ab was kommt.
Es war dunkel, unübersichtlich, Schilder wechselten von Zone 30 auf 50. Eine echte Abzockerfalle.
Einen Parkplatz hatten wir danach auch, Seitenstreifen, Fußweg zum Zielpunkt ca 1,8 km.
Dada hatte einen Parkplatz auf dem Gelände bekomen. Ich bin immer erstaunt, was so ein Presseausweis bewirkt. Ich werde meinen nun auch erneuern.

Nach ca 2 Std-Gesamtfahrt, 1,8 km Laufzeit muss Frau ersteinmal Pipi.

Ganz am Anfang des Parplatzes stand dann auch das eine Superklo.
3 Kabinen, und hunderte Dame reihten sich in 2 enggequetschten Reihen ein.
So entstand wahrscheinlich das Wort einreihern. Hätte eine noch nötiger gemusst …

In der Zeit des Einreiherns konnte man mehrere Shuttlebusse beobachten, die zu den wartenden Pipi-Müssenden-Frauen weitere Mitglieder anbrachten.
Die Schlange vor den Klos wurde immer länger. Die Klodüfte immer ausdrucksstarker. Das ist ein nette Umschreibung für ekelig.
Als ich dann endlich fast-durfte, beobachtete ich die Situation ein wenig genauer. Man sah, dass viele Weibchen nicht gewohnt waren sich die Hände zu waschen.
Folgende Situation:
Klo, fertig, raus wollen – Blick auf aufmerksame Frauenblicke, zurück, Hände waschen, raus.

[ Ich muss als Frau mal dazu anmerken, dass Frauenklo´s immer dreckiger sind, wie Herrenklos.
Ich hab  es auch oft getestet.  Wenn ein Frauenklo verdreckt ist, und ich Pipi muss, gehe ich fremdurinieren. Wenn es jemanden stört, lasst euch sagen – Männer gehen bei uns fremdschei … ]

Nun, Dada und Natalie und wir haben uns auch irgendwann gefunden.

Wir gingen die dunklen Gänge bergauf um den viel beworbenen Weihnachtsmarkt zu finden. Auffallend waren die paar Scheinwerfer, die dem Fußvolk die Augen verleuchtet haben. Ansonsten waren alle Wege recht dunkel.
Später festgestellt haben wir, dass diese Beleuchtung für diesen Weihnachtsbus war, der die Glühweintrinker zum Shuttel runter gebracht hatte – 1 Euro, pro Entfernung, bzw Ausgangs-Streckenabschnitt – natürlich.
Hatte man das Glück einen Verkaufsstand zu finden, dazu nicht ca 30 Minuten anzustehen, war die Ware total überteuert. Ein Beispiel:
Ein winziger Federbusch zum Staubputzen sollte 16 € kosten. Selbst in teuren Möbelläden kostet der nur max 9 €.

Wir haben uns durchgedrängt,
durchgedrängt an herumstehende Idioten, die Glühwein gesoffen hatten – mittem im Weg standen, alkoholisiert, Kinderwagen und Hunde dazu.
Ich hätte jedes Kind klauen können, die hätten es nicht mehr bemerkt.

Wir haben versucht irgendwelche Weihnachtssachen zu kaufen. Irgendeine schöne Erinnerung, etwas an dieses erste weihnachtsähnlichesTreffen zu behalten.
Ausgekochte, lackierte Schnecken aus allen Ländern wurden angeboten. Fast abgeschälte Baumrinden, aus denen man Motive erstellte. Ein Pingu, 32 Euro – Baumrinde, gut gefeilt,
überteuerter selbst gemachter Schmuck – etc.

Wir hatten Hunger. Mit Not haben wir versucht etwas zu finden, was nicht aus Schwein hergestellt wurde.
Es gab nur Bratwurst bei zig Ständen. Kartoffel, Grünkohl, der schon angebraten roch, Pilze, die Histaminbomben durch Vorsichhinköchelei sind.
Pommes hätte gereicht …
Haben wir dann zu überhöhtem Preis am Ausgang gefunden.

Da war noch ein Brotbäcker, ganz am Ende der Veranstaltung. Es roch sehr gut nach verschiedenen Gewürzen. Der Kaufhinweis zeigte u.a. auf Brote mit Bärlauch und anderen tollen Sachen.
Es gab nichts mehr. Alles ausverkauft, obwohl der Markt noch ca 2 Stunden laufen sollte. Guter Wert, für riechendes Hefebrot.
Ich hab meinen Job verpeilt. Ich werde Schausteller …

Wir haben uns und den Kindern ein überteuertes Weißbrot gekauft, weil nichts mehr an gesundem Brot da war. Es hat super gut gerochen, und backen wollte ich dann abends nicht mehr. Daheim viel das warme Brot zusammen, wie ein Pfannekuchen. Bei Tageslicht sah man gut, dass die Hefe  keine Zeit hatte zu gehen, nur zu riechen.

Ausgehungert sind wir zur Rippchen-Braterei in DD gefahren, haben ungesunde Pommes, Majo bestellt und noch einen tollen Tag gehabt.
Das war mein letzter Weihnachtsmarktversuch, das ist sicher.

Ich lasse mir trotzdem die Adventzeit nicht vermiesen.

Ich habe mir ältere Bilder angeschaut. Das war vor ca 6 Jahren. Ich war damals das erste Weihnachten in Dortmund.
Es hatte viel geschneit. Bunte Lämpchen am Fenster sorgten bei BG für ein wenig Weihnachtsstimmung. Das kannte er so noch nicht.

In Niedersachsen gab es sehr viel Kälte, Eisregen und Schnee.
Meine Wohnung war so geschmückt, dass selbst der Weihnachtsmann erstaunt gewesen wäre.

Ich wünsche Euch eine schöne Woche.

© Archimeda 1-2

lg Eure Archi


13 Responses to LWL Freilichtmuseum Hagen_ Nie wieder dahin, oder zum Weihnachtsmarkt

  1. Hi Maus,
    alle, die sich als Fremde den Weihnachtsmarkt anschauen wollten liefen den langen dunklen Weg nach oben, in Erwartung einer hübschen Überraschung.
    Nur ein See hatte einen behelfsmäßigen Tannenbaum ( ca 70 cm groß ).
    Die anderen Mühlenteiche waren dunkel und man konnte nur das Wasser rauschen hören.
    Ein Teil der Hütten, die für die Besucher gesperrt waren hatten eine Innenbeleuchtung, aber waren noch nicht einmal von aussen geschmückt.
    Ihrgendwie Spardeko.
    Die wenigen guten Stände waren so angelegt, dass sich alles auf wenige Plätze staute und man sich plötzlich in einer überbevölkerten Veranstaltung wiederfand. Fünf Meter weiter war keiner mehr zu sehen. Nach dem wir alle „interessanten“ Stände gesehen hatten gingen wir zurück zum Parkplatz.
    Insgesamt waren wir ca. eine Stunde auf dem Gelände des Freilichtmuseums inklusive Parkplatz.

    Fazit: Nicht wiederholungsbedürftig.! :negative: :negative: :negative:

    BG

    • Hi Bär
      Kosten für 4 Personen, samt Rippchenessen, ohne Weihnachtsgedusel, plus Knöllchen und Spritgeld ca 100 Euronen, das sind ca
      200 DM, ca 1/4, was ein ein Hartz 4´ler für einen ganzen Monat bekommt – selbst wenn er vorher 40 Jahre gearbeitet und in Kassen eingezahlt hatte …

      Archi

  2. Hallo Uli,

    ich gehe schon lange nicht mehr auf die Weihnachtsmärkte. Das letzte mal war ich in Heidelberg auf dem Weihnachtsmarkt und auch damals fand ich schon alles überteuert. Mir hat es gereicht, wenn ich am Bismarckplatz ein Tütchen heiße Maroni bekommen habe. Auch waren mir die Menschemassen immer ein Gräuel.

    Hier gibt es nur kleine Weihnachtsmärkte und sie liegen auch meist so, dass man recht weit laufen muss. Für die 100 Euronen hättet Ihr zu Hause das allerbeste gehabt und sicher auch eine bessere Stimmung.

    Du hast recht, die Frauenklos sind immer verdreckt, die Herrenklos dagegen sauber. Bald soll es ja nur noch ein Genderklo geben, dann sind alle Toiletten versifft.

    Take it easy, Ihr habt Euch mal wieder gesehen, wenn die Umstände auch besser hätten sein können.

    Liebe Grüße, Kathy

    • Hi Kathy

      Das war mein erster Versuch nach zig Jahren.
      In Zukunft werde ich 100 Euro in meine Spardose packen. Noch so eine Verplemperei gibt es nicht 😉

      lg Uli

      • Recht hast Du! Ich tu mir das auch nicht mehr an. Zu Hause habe ich es schön weihnachtlich geschmückt und da gibt es dann auch alles, was das Herz begehrt. Sogar selbstgebackene Weihnachtsplätzchen. :yes:

        Liebe Grüße, Kathy

      • Deine tollen Plätzchen hab ich schon gesehen 🙂
        Ich backe solange nicht, bis ich meine Sachen aus den Kartons wieder nutzen kann.
        Da bin ich eigen 😉

    • Hi Kathy,

      das mit dem Genderklos trifft´s.

      Das große Problem ist:

      Erst kommt die Grauenquote, dann die Migranten und Genderquote.

      Der Zustand der Klos, in deutschen Städten wird sich nur nach unten ändern.

      In meinen Augen ist Deutschland das schmierigste Land. Man redet permanent über Sauberkeit, ohne etwas dafür etwas zu tun.
      Wenn man mal auf ´ner öffentlichen Toilette eine Schraube im Hintern hat, sagt der Richter:
      „Sie hätten aufpassen müssen, weil man mit so etwas in Deutschland immer rechnen muss.“

      BG

      • Hi BG,

        hier ist das alles etwas besser. Die Toiletten werden geputzt, weil in jedem Klo eine Klofrau ist. Natürlich will die dafür auch etwas Kleingeld haben, das ich gerne bezahle, da ich auch immer eine saubere Toilette vorfinde.

        Es liegt allein an uns, das alles zu ändern! Die Verwalter von den eingesetzten Besatzern schauen lieber, wie sie sich ihre Taschen füllen können und natürlich schikanieren sie uns auch gerne. Deutsche sind das nicht, eher Verräter! Auch die Richter gehören zu diesem System und es interessiert sie einen Dreck, solange sie ihr Richtergehalt bekommen.

        Liebe Grüße, Kathy

      • Hi Kathy,
        hier in DD, in den Klo-Räumen der Realmärkte o.ä. putzen auch bei den Frauen teilweise Männer, deren Haut so aussieht ob sie gerade einen Zimmerbrand erlebt haben.
        Bei den öffentlichen Klos ist die Stadtverwaltung dazu übergegangen die Inneräume aus Edelstahl fertigen zu lassen mit Entfernungssensoren an allen Geräten.
        Jetzt sind die zwar unkaputtbar, aber trotzdem nicht sauberer.

        BG

  3. Hallo Uli,

    das Wort Weihnachtsmarkt ruft in den Menschen bestimmte Vorstellungen und Erwartungen hervor. So fahren sie dann voller Vorfreude lange Strecken um einen bestimmten Weihnachtsmarkt zu besuchen.

    Was sie dann aber finden ist das was man überall findet wo viele Menschen zusammen kommen, egal ob es nun der Weihnachtsmarkt ist, ein Freizeitparkt, eine Konzertveranstaltung oder ähnliches! Stau, Parkplatzmangel, lange Wege vom endlich doch weit vom Ziel entfernt gefundenen Parkplatz, überfüllte Toiletten, Gedränge und Geschiebe, Phantasiepreise für Dinge die man wahrscheinlich in Läden oder im Internet wesentlich billiger bekommt, teure Speisen die meistens schlecht zubereitet sind und ebenso schlecht schmecken, usw., usw.!

    Ich mache mir da schon lange keine Illusionen mehr, muß aber manchmal Leute begleiten die sich diese Illusionen nicht nehmen lassen wollen. Die Reinfälle von den letzten Jahren haben sie verdrängt, oder sie haben die Hoffnung dass es doch vielleicht dieses Jahr, oder auf diesem speziellem Weihnachtsmarkt, mal schön wird.

    Im Endeffekt sind aber dann alle froh wenn sie wieder zu Hause auf der Couch sitzen und sich von den Strapazen des Weihnachtsmarktbesuches erholen können. Den Weihnachtsmarkt den sie gerne besucht hat gibt es nämlich wirklich nur in ihren Vorstellungen und Träumen.

    L. G., Hans

    • Guten Morgen Hans

      Wahrscheinlich waren wir so enttäuscht, weil wir uns im Sommer dort so wohl gefühlt hatten. Es war zwar auch gut besucht, aber man konnte die Leuten bei ihrem Handwerk beobachten. Auf diesem großen Gelände verteilten sie sich die Besucher.
      Du hast Recht, Weihnachtsmarkt, wie früher gibt es nur noch in unseren Träumen. Als Teenie war ich öfters da, mir ist es nie so voll vorgekommen. Vielleicht wird man auch nur empfindlicher, wenn man älter wird.

      liebe Grüße Uli

  4. Guten Abend Uli,
    so ist es heute auf vielen Weihnachtsmärkten, wenn sie nicht ihre alten Traditionen pflegen. Es gibt da immer mehr Ramsch. Ich kann mir denken, wie dir zumute war, als Du gemerkt hast, dass sich Deine Erwartungen nicht erfüllten. Zum guten Essen bleibe ich lieber zu Hause oder gehe mal in ein gutes Restaurant.
    Mach Dir nicht allzu viel aus dem enttäuschenden Erlebnis. Bald werden wir schneebedeckte Tannen sehen können, hoffe ich. Dann gibt es weiße Weihnacht in der Natur. :bye:
    LG Joachim

    • Hallo Joachim

      Na ja, man muss schlechte Erfahrungen machen, damit man daran wachsen kann.

      lg Uli