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  • Eine private Geschichte zum neuen Heckrinderbaby

     

    An diesem frühlingshaften 1. Weihnachsfeiertag entschlossen wir uns die ersten Kekskalorien abzulaufen

    Eine schöne weite Strecke hat man, wenn man zu den Heckrindern will. Der Weg ist zwar oft ziemlich matschig und sehr windig, aber mit geeigneten Wanderschuhen und dicker Parkajacke ist das nebensächlich.
    Nach ungefähr einer halben Stunde sahen wir die ersten Rinder bei der Futterstelle.
    Sie mampften Silo-Heu, und es roch einfach herrlich nach Bauernhof.

     

     

    Ich mag diesen süßlichen Duft, denn er erinnert mich an meine Kinderzeit in Ober-Österreich
    Viele Urlaube verbrachten meine Eltern in einer bäuerlichen Pension mit großem Hof und allerlei Tiere. Ich war eben erst 13 Jahre, und die Bauernfamilie hatte mich immer so behandelt, als ob ich ihr eigenes Kind gewesen wäre.
    Dazu gehörte natürlich ein nächtliches Aufstehen, damit die Schweine und Kühe als erstes versorgt werden konnten, denn Melkmaschinen gab es zum Glück noch nicht.
    Ich lernte Kühe mit der Hand zu melken, die Milch in den großen Kannen zu sammeln, und geburtshelferisch ein Kälbchen mitzuretten. Dieses Kälbchen war ein Junge, und ich durfte ihm seinen Namen geben. Es hatte später einen Sonderstatus, wenigstens so lange, bis wir abgefahren waren.
    Die kleinen Schweinchen sind besonders niedlich gewesen.
    Ich erlernte deren Futterzusammenstellung, wie man Jauche/Oddel ausfährt, und dass man erwachsene Ziegen nie ärgern darf. Sie sind nämlich wesentlich schneller, als 13-jährige auf einen Heuboden kraxeln können 😉
    Auf den Feldern wurden riesige Mengen Schweineborsten getrocknet, und ich habe nicht gefragt, woher sie kommen. Das war wohl besser so, denke ich.
    Die uralte Oma-Bäuerin lernte mich traditionellen Kuchen zu backen, der mir gleichaltrige Sohn zeigte, wie man mit einem Akkordeon Musik macht, und seine kleine Zwillingschwester spielte an den langen Abenden stundenlang Zitter mit einem ihrer großen Brüder.
    An diesen Abenden war die ganze Großfamilie zusammen. Es war die schönste Gemeinschaft, die ich jemals hatte kennenlernen dürfen. Seltsamerweise hat mich diese Familienenge nie gestört.
    Später war es leider nicht mehr möglich diese Pension zu besuchen. Wir blieben erst noch jahrelang durch Briefe in Kontakt, aber das kleine Mädchen verstarb durch Krebs hinter dem Auge, und mich als eine weitere Tochter konnten sie gedanklich nicht mehr ertragen.
    Egal, was passiert.
    Das Leben geht immer seinen eigenen Weg, einen vielleicht ganz neuen, den man erkunden kann oder ignorieren.
    Ich habe mich dazu entschieden alles zu erkunden, denn Ignoranz tötet nur die eigene Seele. Verblödung wäre wohl das richtige Wort …

    Etwas Neues ist immer eine Geburt, und damit bin ich wieder beim Thema Heckrinder
    Auf der großen Wiese sahen wir ein neues Baby.
    Es tapste erst folgsam seiner Mutter hinterher.

     

     

    Wie man sehen kann hat der kleine Mann schon viel mehr Erfahrungsdrang, als ihm seine Herde ihm in diesem Alter zugesteht 🙂

     

    Das Tierchen ist wirklich niedlich.

     

     

    lg Archi

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  • Liebe ist_ Erinnerungen bei Krankheit

     

    Heute Morgen war ich mit BG beim Doc, weil seine Nagelbettentzündung schlimmer geworden ist, und er dazu das Antibiotika nicht vertragen hatte.

    Seine Lippen waren schon sehr angeschwollen.
    So ähnlich sah sein Finger aus.

     

    Der Arzt schickte uns zum Chirurgen, und nach kurzem Blick auf BG´s Zeigefinger wurde dieser mit zwei Spritzen betäubt. Danach schnitt er einige Löcher mit einem Miniskalpell rings um das Nagelbett. Er drückte eine Menge Blut und Eiter heraus, und BG bekam einen riesigen Verband.

     

     

    Nun muss er seinen Finger hochhalten und dabei kühlen.
    Wenn die kleine OP ausreicht brauch er erst wieder am Montag zur Nachsorge zu kommen, ansonsten muss er morgen ins Krankenhaus.

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    Es geht mir heute aber nicht allein um BG´s Finger, sondern um den Partner [ oder Partnerin, oder von mir aus Ghost – man was nervt mich das korrekte Schreibgemuss …]
    Zu dieser Situation sehe ich noch sehr viel Handlungs- und Denkbedarf.
    Wenn nämlich der Partner irgendwie krank ist, kann er natürlich vieles nicht mehr.
    Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

    Ist das aber so ?
    Leider nicht.
    Der Grund ist, dass die viele Hilfe, die ein Partner täglich gibt,
    vielleicht nach einiger Zeit gar nicht mehr richtig wahrgenommen wird. Es ist schon zur Selbstverständlichkeit geworden, dass jeder seine Rolle perfekt beherschen muss.

    Ich habe mich heute bemerkt, dass ich oft gesagt hatte – ‘BG kannst du mal’, oder ‘BG mach doch mal eben’
    Warum ist mir denn nicht als erstes sein verletzter Zeigefinger im Gedächtnis geblieben ?
    Ich habe mich dafür geschämt.
    Mit jeder Frage wurde ich ein wenig kleiner und mir wurde bewusst, dass das ganze Chaos um uns in DD noch ein gutes Ende bringen kann.

    Am Schluss erinnerte mich an den Satz, den ich mal gemailt hatte, bevor BG mein Partner wurde.
         Danke, dass es dich gibt.
    Heute würde ich schreiben ->
         Danke, dass du noch da bist.

     

    meine Gedanken :

    [ Bertha von Suttner ]

    Nach “lieben” ist “helfen” das schönste Zeitwort der Welt.

     

    lg Archi

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  • Drei Bilder zum nachdenken

     

    Es ist sehr heiß in DD, und vorläufig soll es so bleiben.
    Auf dem Land wird das sicher sehr schön sein, aber in der Großstadt ist das eine Katastrophe.

     

    Ich habe heute drei Bilder als Netzfunde, die mich ziemlich berühren, weil ich keine Antwort darauf weiß.

     

    Freude oder Traurigkeit ?

     

    Wissen das die Teddybär-Spender ?


    Quelle

     

    Macht dieser Anblick Angst ?

    Egal, was passiert – Man darf trotzdem niemals aufgeben

                                                                             

    [ Theodor Fontane ]

    Trost

    Tröste dich, die Stunden eilen,
    Und was all dich drücken mag,
    Auch das Schlimmste kann nicht weilen,
    Und es kommt ein andrer Tag.

    In dem ew’gen Kommen, Schwinden,
    Wie der Schmerz liegt auch das Glück,
    Und auch heitre Bilder finden
    Ihren Weg zu dir zurück.

    Harre, hoffe. Nicht vergebens
    Zählest du der Stunden Schlag,
    Wechsel ist das Los des Lebens,
    Und – es kommt ein andrer Tag.

     

    lg Archi

     

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  • Clara ist tot

     

    Clara ist nur etwas über 11 Monate geworden.
    Trotz gemeinsamer Bemühung mit unserer Tierärztin haben wir es nicht geschafft, sie zum essen oder trinken zu bewegen.
    Medikamente und Päppelbrei hat sie nicht schlucken wollen, obwohl die Pipette sehr klein war.

    Wir haben ihr im virtuellen Zoo ein virtuelles Leben gegeben.
    Sie ist dort bei den anderen verstorbenen Kaninchen,
    bis wir sie wieder sehen.

    Morgen werden wir sie zur Beerdigung bringen.

     

    Wir müssen stark sein, und uns nun um die drei anderen kümmern.
    Gerade Papa Yeti leidet sehr und frisst kaum.

    meine Gedanken :

    [ Friedrich Hölderlin ]

    Die Entschlafenen

    Einen vergänglichen Tag lebt ich und wuchs mit den Meinen,
    Eins ums andere schon schläft mir und fliehet dahin.
    Doch ihr Schlafenden wacht am Herzen mir, in verwandter
    Seele ruhet von euch mir das entfliehende Bild.
    Und lebendiger lebt ihr dort, wo des göttlichen Geistes
    Freude die Alternden all, alle die Toten verjüngt.

    Archimeda1

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  • Weihnachtswünsche

     

     

    [ Gustav Falke ]

    Die Weihnachtsbäume

    Nun kommen die Weihnachtsbäume
    aus dem Wald in die Stadt herein.
    Träumen sie ihre Waldesträume
    weiter beim Laternenschein?

    Konnten sie sprechen! Die holden Geschichten
    von der Waldfrau, die Märchen webt,
    was wir uns alles erst erdichten,
    sie haben das alles wirklich erlebt.

    Da stehn sie nun an den Straßen und schauen
    wunderlich und fremd darein,
    als ob sie der Zukunft nicht recht trauen,
    es muss doch was im Werke sein.

    Freilich, wenn sie dann in den Stuben
    im Schmuck der hellen Kerzen stehn,
    und den kleinen Mädchen und Buben
    in die glänzenden Augen sehn,

    dann ist ihnen auf einmal, als hätte
    ihnen das alles schon mal geträumt,
    als sie noch im Wurzelbette
    den stillen Waldweg eingesäumt.

    Dann stehen sie da, so still und selig,
    als wäre ihr heimlichstes Wünschen erfüllt,
    als hätte sich ihnen doch allmählich
    ihres Lebens Sinn enthüllt;

    als wären sie für Konfekt und Lichter
    vorherbestimmt, und es müsste so sein,
    und ihre spitzen Nadelgesichter
    sehen ganz verklärt darein.

     

     

     

     

                                        lg Archi