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  • Wozu die Himmelsleiter gut ist

     

     

     

     

    Die Lebenskerze

    von Inochi no rôzoku

     

    Es gibt den Gedanken, daß das Menschenleben eine brennende Kerze sei, die allmählich herunterbrenne und am Ende unseres Daseins auf der Erde endlich verlösche.

    In einem Dorfe lebten einmal zwei Brüder, die waren am selben Tage geboren. Und in Eintracht lebten sie, ihre Gedanken waren stets die gleichen, alle Arbeit taten sie zusammen, und es gab nie Zwietracht oder Streit. Die Nachbarn meinten, ein so zufriedenes Brüderpaar würde sicherlich auch einmal gemeisam diese Welt verlassen, niemand konnte sich vorstellen, daß nur einer von ihnen zurückbleiben und weiterleben möchte.
    Bei ihrer Geburt hatte man diesen Zwilling natürlich Namen gegeben, aber keiner erinnerte sich an die. Der ältere Zwilling sagte zum jüngeren „Oi“, also „Du“, und der wiederum rief den älternen Bruder „Yai“, das bedeutet „He“. Damit kamen sie sehr gut zurecht, sie hielten ihr Haus reinlich, bestellten ihre Felder und waren für jeden ein schönes Beispiel vollkommener Geschwisterliebe.

    Nun geschah es eines Tages, daß Yai sehr krank wurde. Er konnte sein Lager nicht mehr verlassen, der jüngere Bruder pflegte ihn liebevoll, aber alle Mühe wollte vergebens scheinen. Yai sank in tiefe Bewußtlosigkeit, sein Körper glühte im Fieber, und Oi mußte sehen, wie sein Bruder sich anschickte, in die andere Welt abzureisen. Die tiefste Verzweiflung ergriff ihn, denn er konnte sich ein Leben ohne seinen guten Yai nicht vorstellen. Alle Arznei wollte nicht anschlagen, die herzlichste Pflege konnte nichts ausrichten, und endlich vermochten nur noch die Götter helfen. Oi warf sich auf sein Angesicht und preßte unter Weinen und Klagen hervor: „O ihr Götter im Himmel, so helft doch dem Bruder. Was soll mir das Dasein ohne meinen Yai? Ich will alles für ihn tun, habt doch ein Einsehen und schickt uns Hilfe!“

    Oi verharrte lange Zeit im Gebet, in Yai zeigte sich keinerlei Veränderung, aber da erglänzte auf einmal die Kammer in silberner Helle. Oi schaute verwirrt auf und sah, wie vor ihm auf einer Wolke ein Gott schwebte. Der war angetan in weiße Gewänder, sein Haupthaar war zu Zöpfen gebunden, ja, er sah gerade so aus, wie uns die Alten die Himmlischen, als sie noch auf Erden wandelten, beschrieben haben.

    Der Gott sprach, und seine Stimme hallte durch den Raum: „Ich habe dein Gebet gehört, und ich werde dir gerne raten. Nur du selber kannst dem Bruder helfen, das ist aber nicht leicht. Du mußt in den Himmel hinaufsteigen, den Saal mit den Lebenskerzen aufsuchen und Yais Licht, das umgefallen ist, wieder aufstellen. Der Zugang zu diesem Saal wird von schrecklichen Dämonen bewacht. Bist du bereit zu so einem Abenteuer?“ – „Ach Herr, wenn der Bruder wieder gesund wird, will ich gerne alles tun, mir ist nichts zuviel.“ – „Gut, dann schicke ich dir die Himmelsleiter!“

    Mit diesen Worten verwehte die himmlische Erscheinung, und in der Kammer war es wieder dunkel. Oi rannte vors Haus, der Gott war nirgends zu erblicken. Aber etwas anderes fiel ihm auf: Aus dem Himmel heraus wuchs ein dunkler Punkt, wurde größer, er kam näher, und endlich konnte Oi sehen, daß es eine lange, lange Leiter war. Diese Leiter senkte sich herab bis zu seinen Füßen. „Da muß ich wohl hinauf“, dachte er, zögerte keinen Augenblick und erklomm die ersten Sprossen. Er kletterte und kletterte, immer geschwinder stieg er hoch. Einmal hielt er an und schaute nach unten. Die Häuser und Felder waren alle ganz klein geworden, Schwindel erfaßte Oi, und es wollte ihm dunkel vor den Augen werden. Aber er gab sich einen Ruck, „es ist für Yai, für meinen Yai“, und er hastete, so schnell er nur konnte, die unendlich lange Leiter weiter hoch. Es ging durch Wolken, der Wind heulte um ihn her, die Leiter schwankte, er ließ sich jedoch nicht erschrecken und stieg mit zusammengebissenen Zähnen nach oben.

    Nach einiger Zeit wehte ihm eine besonders dicke Wolke in den Weg, und als er sie durchquert hatte, war endlich die Leiter zu Ende, er hatte den Himmel erreicht und stand in einem großen, roten Gemach. „Wo ist der Saal mit den Kerzen, von denen der Gott geredet hat, wo ist die Tür dorthin?“ Oi schaute sich gehetzt um, und er konnte das Portal schnell entdecken. Aber ein scheußlicher roter Dämon mit einer riesigen Keule in seiner Faust hielt Wache davor. Wie sollte da wohl ein Menschlein unbemerkt durchkommen können?

    Oi drückte sich hastig in eine Ecke, und von dort aus beobachtete er den grimmigen Wächter ganz genau. Er hörte, daß ein lautes Brausen durch den Saal rauschte, und nach kurzer Zeit wurde er gewahr, daß die Augen des Dämonen fest geschlossen waren. Er schlief, und das Brausen war sein Schnarchen. „Da gibt es wohl Hoffnung“, langsam näherte sich Oi dem Türsteher, er erreichte das Portal, und dieses ließ sich öffnen. Vorsichtig, vorsichtig, der Junge stimmte das Quietschen des Türflügels auf das Schnarchen des Dämons ab, zog er die Tür einen Spalt auf und schlüpfte durch.

    „Geschafft!“ Schwer atmend lehnte sich Oi an die Pforte, er schaute sich um und merkte, daß er nun in einen blauen Saal gekommen war. Auch der hatte ein hohes Portal, das in einen anderen Raum führte, und davor stand diesmal ein blauer Dämon. Dieser hatte die Augen offen und glotzte grimmig und drohend vor sich hin. Auch hier erfüllte ein Brausen die Luft. Oi stand zuerst wie angewurzelt. Wie sollte er wohl an dem fürchterlichen Wächter vorbeifinden? Wieder beobachtete er das Hindernis, das ihm den Weg in den Saal der Lebenskerzen verwehren wollte, ganz genau. Und er bemerkte bald, daß die Augen des Dämonen zwar offenstanden, sich aber überhaupt nicht bewegten. „Ob der auch schläft?“ Oi schlich sich näher, der Dämon rührte sich nicht, er schlief mit offenen Augen. Da nahm das Menschlein seinen ganzen Mut zusammen, ging leise und langsam voran, zwischen den Beinen des Blauen durch, öffnete sachte das Portal und glitt hinüber in den nächsten Raum. Und diesmal war Oi wahrhaftig im Saal der Lebenskerzen angelangt. Unendlich standen die Reihen der aufgestellten Lichter! Sie flackerten, brannten ruhig, verloschen, neue entflammten, es war ein Meer von Lichtern!

    „Wie kann ich Yais Licht finden? Das ist ja unmöglich!“ Oi rannte die Reihen ab, auf jeder Kerze war der Name des Besitzers verzeichnet, aber den des Bruders konnte er nicht finden. Gerade eben stand ein Kerzenstümpfchen vor ihm, das flackerte müde. „Ob das Yais Kerze ist?“ Und das Licht verlosch. Ein anderer Name war daran geschrieben. Oi schrie auf: „Was mach ich nur, wo ist des Bruders Licht?“ Und er jagte weiter.

    Da erscholl von oben her eine Stimme: „Jetzt stehst du davor, beeile dich!“ Der Junge verhielt den Schritt, ja, nun sah er es. Vor ihm war eine Kerze, noch schön lang und dick, aber sie war umgefallen. Und Yais Name stand darauf. Zitternd wollte er nach der Kerze greifen, da erscholl abermals die Stimme: „Mit diesen Händen gelingt das nicht, werde zuerst ruhig!“ Oi blickte auf seine Hände, sie flatterten vor Aufregung. Er wußte sich nicht mehr zu helfen und brach in Weinen aus. Und die Stimme warnte ihn: „Sei vorsichtig, mit deinen Tränen wirst du die Flamme auslöschen!“

    Oi raffte sich zusammen, er unterdrückte die Tränen, befahl mit seiner ganzen Willenskraft den Händen Ruhe und Sicherheit, er faßte die Kerze und stellte sie auf. Sie flackerte ein paarmal, die Flamme wurde größer, sie zuckte und verlosch. Nur der Docht glimmte noch. Oi sah fassungslos auf das Glimmen, und im gleichen Augenblick flammte die Kerze mit leisem Zischen wieder auf, sie brannte ruhig und sicher. „Ach Yai!“ flüsterte er und sank nieder. Die Aufregung und Freude waren zuviel für ihn geworden.

    Nach einiger Zeit kam er wieder zu sich. Er lag daheim in seiner Kammer, und neben ihm ruhte Yai und atmete ruhig. Bald schlug der Bruder die Augen auf, er drehte sich eine wenig auf seinem Lager und sagte ganz vergnügt: „Was habe ich gut geschlafen, ich fühle mich ganz wohl.“

    Oi sah, wie es dem lieben Bruder deutlich besser ging und wie langsam die Farbe in sein Gesicht zurückkehrte. Nur mit Mühe konnte er ihn davon abhalten, sofort aus dem Bett zu springen. „Ist recht, Kleiner, aber höre, ich habe Hunger wie ein Bär, was gibt es denn heute Gutes?“ Als Oi diese Worte hörte, wußte er, daß Yai gerettet war. Er rannte in die Küche und bereitete ihm geschwind allerhand Leckerbissen zu.

    Oi vergaß den schuldigen Dank an den Himmel nicht, und die beiden Brüder lebten fortan noch lange einträchtig und zufrieden miteinander.

    [ © Rotraud Saeki ]
    Sammlung jap. Märchen_Übersetzt nach gehörter Erzählung

     

    lg Archi

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  • Rapunzel

     

    [ Märchen der Brüder Grimm ]

    Es war einmal ein Mann und eine Frau, die wünschten sich schon lange vergeblich ein Kind, endlich machte sich die Frau Hoffnung, der liebe Gott werde ihren Wunsch erfüllen.
    Die Leute hatten in ihrem Hinterhaus ein kleines Fenster, daraus konnte man in einen prächtigen Garten sehen, der voll der schönsten Blumen und Kräuter stand; er war aber von einer hohen Mauer umgeben, und niemand wagte hineinzugehen, weil er einer Zauberin gehörte, die große Macht hatte und von aller Welt gefürchtet ward.
    Eines Tages stand die Frau an diesem Fenster und sah in den Garten hinab, da erblickte sie ein Beet, das mit den schönsten Rapunzeln bepflanzt war; und sie sahen so frisch und grün aus, dass sie lüstern ward und das größte Verlangen empfand, von den Rapunzeln zu essen. Das Verlangen nahm jeden Tag zu, und da sie wusste, dass sie keine davon bekommen konnte, so fiel sie ganz ab, sah blass und elend aus.
    Da erschrak der Mann und fragte: „Was fehlt dir, liebe Frau?“ – „Ach,“ antwortete sie, „wenn ich keine Rapunzeln aus dem Garten hinter unserm Hause zu essen kriege, so sterbe ich.“
    Der Mann, der sie lieb hatte, dachte: „Eh du deine Frau sterben läßest, holst du ihr von den Rapunzeln, es mag kosten, was es will.“
    In der Abenddämmerung stieg er also über die Mauer in den Garten der Zauberin, stach in aller Eile eine Handvoll Rapunzeln und brachte sie seiner Frau. Sie machte sich sogleich Salat daraus und aß sie in voller Begierde auf.
    Sie hatten ihr aber so gut, so gut geschmeckt, dass sie den andern Tag noch dreimal soviel Lust bekam. Sollte sie Ruhe haben, so musste der Mann noch einmal in den Garten steigen.
    Er machte sich also in der Abenddämmerung wieder hinab, als er aber die Mauer herabgeklettert war, erschrak er gewaltig, denn er sah die Zauberin vor sich stehen. „Wie kannst du es wagen,“ sprach sie mit zornigem Blick, „in meinen Garten zu steigen und wie ein Dieb mir meine Rapunzeln zu stehlen? Das soll dir schlecht bekommen.“ –
    „Ach,“ antwortete er, „lasst Gnade für Recht ergehen, ich habe mich nur aus Not dazu entschlossen: meine Frau hat Eure Rapunzeln aus dem Fenster erblickt, und empfindet ein so großes Gelüsten, dass sie sterben würde, wenn sie nicht davon zu essen bekäme.“
    Da ließ die Zauberin in ihrem Zorne nach und sprach zu ihm: „Verhält es sich so, wie du sagst, so will ich dir gestatten, Rapunzeln mitzunehmen, soviel du willst, allein ich mache eine Bedingung: Du musst mir das Kind geben, das deine Frau zur Welt bringen wird. Es soll ihm gut gehen, und ich will für es sorgen wie eine Mutter.“
    Der Mann sagte in der Angst alles zu, und als die Frau in Wochen kam, so erschien sogleich die Zauberin, gab dem Kinde den Namen Rapunzel und nahm es mit sich fort.

    Rapunzel ward das schönste Kind unter der Sonne. Als es zwölf Jahre alt war, schloss es die Zauberin in einen Turm, der in einem Walde lag, und weder Treppe noch Türe hatte, nur ganz oben war ein kleines Fensterchen. Wenn die Zauberin hinein wollte, so stellte sie sich hin und rief:
    „Rapunzel, Rapunzel,
    Laß mir dein Haar herunter.“

    Rapunzel hatte lange prächtige Haare, fein wie gesponnen Gold. Wenn sie nun die Stimme der Zauberin vernahm, so band sie ihre Zöpfe los, wickelte sie oben um einen Fensterhaken, und dann fielen die Haare zwanzig Ellen tief herunter, und die Zauberin, stieg daran hinauf.

    Nach ein paar Jahren trug es sich zu, dass der Sohn des Königs durch den Wald ritt und an dem Turm vorüberkam. Da hörte er einen Gesang, der war so lieblich, dass er still hielt und horchte. Das war Rapunzel, die in ihrer Einsamkeit sich die Zeit vertrieb, ihre süße Stimme erschallen zu lassen. Der Königssohn wollte zu ihr hinaufsteigen und suchte nach einer Türe des Turms, aber es war keine zu finden. Er ritt heim, doch der Gesang hatte ihm so sehr das Herz gerührt, dass er jeden Tag hinaus in den Wald ging und zuhörte. Als er einmal so hinter einem Baum stand, sah er, dass eine Zauberin herankam, und hörte, wie sie hinaufrief:

    „Rapunzel, Rapunzel,
    Laß dein Haar herunter.“

    Da ließ Rapunzel die Haarflechten herab, und die Zauberin stieg zu ihr hinauf. „Ist das die Leiter, auf welcher man hinaufkommt, so will ich auch einmal mein Glück versuchen.“ Und den folgenden Tag, als es anfing dunkel zu werden, ging er zu dem Turme und rief:

    „Rapunzel, Rapunzel,
    Laß dein Haar herunter.“

    Alsbald fielen die Haare herab, und der Königssohn stieg hinauf.

    Anfangs erschrak Rapunzel gewaltig, als ein Mann zu ihr hereinkam, wie ihre Augen noch nie einen erblickt hatten, doch der Königssohn fing an ganz freundlich mit ihr zu reden und erzählte ihr, dass von ihrem Gesang sein Herz so sehr sei bewegt worden, dass es ihm keine Ruhe gelassen und er sie selbst habe sehen müssen.
    Da verlor Rapunzel ihre Angst, und als er sie fragte, ob sie ihn zum Mann nehmen wollte, und sie sah, dass er jung und schön war, so dachte sie: „Der wird mich lieber haben als die alte Frau Gothel,“ und sagte ja, und legte ihre Hand in seine Hand.
    Sie sprach: „Ich will gerne mit dir gehen, aber ich weiß nicht, wie ich herabkommen kann. Wenn du kommst, so bringe jedesmal einen Strang Seide mit, daraus will ich eine Leiter flechten, und wenn die fertig ist, so steige ich herunter und du nimmst mich auf dein Pferd.“
    Sie verabredeten, dass er bis dahin alle Abend zu ihr kommen sollte, denn bei Tag kam die Alte. Die Zauberin merkte auch nichts davon, bis einmal Rapunzel anfing und zu ihr sagte: „Sag Sie mir doch, Frau Gothel, wie kommt es nur, sie wird mir viel schwerer heraufzuziehen als der junge Königssohn, der ist in einem Augenblick bei mir.“ –
    „Ach du gottloses Kind,“ rief die Zauberin, „was muss ich von dir hören, ich dachte, ich hätte dich von aller Welt geschieden, und du hast mich doch betrogen!“
    In ihrem Zorne packte sie die schönen Haare der Rapunzel, schlug sie ein paarmal um ihre linke Hand, griff eine Schere mit der rechten, und ritsch, ratsch waren sie abgeschnitten, und die schönen Flechten lagen auf der Erde. Und sie war so unbarmherzig, dass sie die arme Rapunzel in eine Wüstenei brachte, wo sie in großem Jammer und Elend leben musste.

    Denselben Tag aber, wo sie Rapunzel verstoßen hatte, machte abends die Zauberin die abgeschnittenen Flechten oben am Fensterhaken fest, und als der Königssohn kam und rief:

    „Rapunzel, Rapunzel,
    Laß dein Haar herunter.“

    so ließ sie die Haare hinab. Der Königssohn stieg hinauf, aber er fand oben nicht seine liebste Rapunzel, sondern die Zauberin, die ihn mit bösen und giftigen Blicken ansah.
    „Aha,“ rief sie höhnisch, „du willst die Frau Liebste holen, aber der schöne Vogel sitzt nicht mehr im Nest und singt nicht mehr, die Katze hat ihn geholt und wird dir auch noch die Augen auskratzen. Für dich ist Rapunzel verloren, du wirst sie nie wieder erblicken.“
    Der Königssohn geriet außer sich vor Schmerzen, und in der Verzweiflung sprang er den Turm herab: das Leben brachte er davon, aber die Dornen, in die er fiel, zerstachen ihm die Augen.
    Da irrte er blind im Walde umher, aß nichts als Wurzeln und Beeren, und tat nichts als jammern und weinen über den Verlust seiner liebsten Frau.
    So wanderte er einige Jahre im Elend umher und geriet endlich in die Wüstenei, wo Rapunzel mit den Zwillingen, die sie geboren hatte, einem Knaben und Mädchen, kümmerlich lebte.
    Er vernahm eine Stimme, und sie deuchte ihn so bekannt; da ging er darauf zu, und wie er herankam, erkannte ihn Rapunzel und fiel ihm um den Hals und weinte.
    Zwei von ihren Tränen aber benetzten seine Augen, da wurden sie wieder klar, und er konnte damit sehen wie sonst.
    Er führte sie in sein Reich, wo er mit Freude empfangen ward, und sie lebten noch lange glücklich und vergnügt.

     

     

     


  • Der Kuss des Prinzen bei Dornröschen

     

    … ist eigentlich Nekrophilie, nämlich dann, wenn der Prinz gedacht hatte, dass die Prinzessin tot gewesen wäre   😉
    War die aber nicht, nur ganz drogenangenebelt * gg*

     

    Gestern morgen hatte ich bei youwatch
    eine Nachricht gelesen, die so ganz typisch zu dem heutigen Irrsinn passt.

    Die Autorin schreibt über eine 40-jährige Engländerin Sarah Hall, und deren seltsamen Wunsch wieder einmal ein Märchen abschaffen zu wollen.
    Nach der Vernichtung vom beliebten Kinderbuch Pipi Langstrumpf ( ich schrieb )
    meint die Engländerin Sarah Hall doch tatsächlich, dass man auch das Märchen von Dornröschen verbannen müsste,
    wegen sexuelle Belästigung, weil nämlich der Prinz das Dornröschen wach geküsst hatte,
    und weil Dornröschen noch geschlafen hatte – wäre sie eventuell nicht einverstanden.  Jepp, kann passieren  :scratch:

     Noch dazu würde diese Situation ihren Sechsjährigen fast außer Kontrolle bringen können, später einmal, obwohl der kleine Bub sicherlich nach der neuen Frühsexualisierung in Schulen mehr Erfahrung mit einem Dildo haben könnte, als jede/r 30-90-Jährige  😉

    Die deutschen ‚Nachrichten von ‚WELT_N24‘ schrieb bereits 2016

    „… sexualpädagogische Lehrmaterialien, die unter dem Titel „Schule der Vielfalt“ deutschlandweit Lehrern für den Unterricht angeboten werden. Diese von Sexualpädagogen und schwul-lesbischen Gruppen gestalteten Unterrichtsangebote bestehen aus Rollenspielen, Workshops und Lektüren. Sie sollen dem Ziel dienen, Respekt vor nicht heterosexuellen Orientierungen zu stärken. In NRW werden diese Angebote vom Schulministerium und von der Initiative „Schwul-lesbische Aufklärung“ („SchLAu“) empfohlen und gefördert …“

    „… Analsex als Theaterstück in der Schule …“

    Quelle für den ganzen Mist, und noch weiteren nachlesen, kann man HIERklick

    Noch ein PDF vom Bundestag, damit sind alle Kinder sexuell überfordert, oder sexuell gefügig gemacht ?

    Ich könnte ja jetzt eigentlich aufhören zu schreiben, aber was mich immens stört ist, dass mir jemand eine Märchenwelt nehmen will, und mich scheinbar noch verarschen möchte.

    Ich denke, dass jeder weiß, dass ein Märchen nur eine ‚Mund-zu-Mund-Überlieferung‘ ist –
    so ähnlich wie das damalige Spiel ‚Stille Post‘, wobei man nuschelig etwas einer Person ins Ohr flüsterte, und diese das weiter gab, was im Moment verstanden wurde bzw man verstehen wollte.

    Heutzutage ist das kein Spiel, sondern man nennt es Tratsch oder Klatsch.
    Eine virtuelle Ohrfeige.

    Das Märchen ‚Dornröschen‘ ist ursprünglich von Giambattista Basile, einem Neapolitaner.
    Dieser Dichter lebte im 17 Jahrhundert und schrieb viele besonders schöne Geschichten, die man später als Märchen weiter gegeben hatte.
    Unter anderem gab es ‚Nennillo und Nennella‘, heute eher bekannt als eine Mischung von ‚Hänsel und Gretel‘ und ‚Brüderchen und Schwesterchen‘.

    Die Geschichte von ‚Dornröschen‘ kennt man heute fast nur noch als Märchen von den ‚Gebrüder Grimm‘ oder verfilmt von ‚Walt Disney‘

    Ursprünglich war es eine Überlieferung aus Erzählungen
    ‚Sonne, Mond und Thalia‘ von Giambattista Basiles

    In dieser Überlieferung suchte ein Prinz seinen entflogenen Falken, stieg in ein mit Dornen überrangten Schloss und sah eine tote Prinzessin.
    Weil sie noch so schön aussah, hat er sich an ihr vergangen [ Das wäre damit Nekrophilie ]
    Aber welch ‚Glück‘, die Prinzessin überlebte, bekam sogar Zwillinge, aber die spätere Zweitfrau wollte die Kinder und die Erstfrau töten, und sie ihrem jetzigen Gemahl als Mahlzeit anzubieten…
    Was ein nettes Wortspiel …
    Die ganze Geschichte kann man HIERlesen

    Ein Märchen hat immer ein wenig Wahrheit, ein wenig Nacherzählung und vielleicht auch Lüge., eine Art von Seemansgarn auf dem Festland.
    Viele Märchen sind entstanden um den Zuhörern Mut für schwierige Situationen zu schaffen, oder zu anderen Gedanken anzuregen.

    Nun stellt sich mir allerdings die Frage, ob der Bericht von ‚youwatch‘ Satire war, oder die Autorin nicht die seltsamen Zufälle entdeckt hatte.

    Es gibt da nämlich eine sehr sympathische Frau Sarah Hall, die nicht nur Engländerin und im gleichen Alter, sondern auch noch Buchautorin ist.
    Klick

    „I love writing about sex, the civil veneer stripped off “

     

    sagte sie

     

    Was ein Zufall  😉

    Mir jeden Fall kommt es so vor, als ob sich diese Frau Sarah Hall nur über den ganzigen Mist, von Frühsexualisierung und Gender(r)ei ein wenig Ärger von der Seele schreien wollte.
    Genial gemacht, wenn es nun diese Autorin Sarah Hall wirklich ist.

     

    Es ist doch nur noch lachhaft, was sich manche Frauen heutzutage einbilden.
    Erst durfte ein Mann nicht mehr weinen und sich nicht wehren, und nun werden sie psychisch noch entmannt. Sie sollten sich mal ‚Die Schöne und das Biest‘ anlesen, da hätten sie Weiteres zur Auslöschung    B-) 

     

    Ich wünsche mir wieder Freiheit für unsere Männer, und dass sie den so geifernden Weibern mal so richtig den Marsch blasen würden.

     

    :bye:

     

    lg Archi

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  • Aswangs_Sie kommen um dich zu holen

     

    In den Philippinen gibt es ein Menge an Mythen und Geschichten.

    Eine davon ist für die Einwohner allerdings sehr real.
    Es geht um die Aswangs, oder auch ‚tiktik‘ , ’soksok‘ und ‚wakwak‘ genannt, weil sie bei ihren Angriffen Klickgeräusche machen.

    Ein Aswang ist am Tage ein normaler Mensch, aber verwandelt sich bei Nacht in ein brutales Monster, wie man es schon von Werwölfen oder Vampiren kennt.
    Sie sind Formwandler und können sich in jegliches Tier verwandeln, bevorzugen meistens die Schweine- oder Hundeform, immer mit mit leuchtenden Augen.
    Man ist sich nicht sicher, ob der Aswang eher in Berufen arbeitet, die mir Blut zu tun haben, wie zB Metzger, oder ob es sich um äußerst dürre Frauen handelt, die milchig weiße Augen haben.
    In deren Augen sieht man sich nur als Spiegelbild, und sie jagen nachts auch in Gruppen.

    Sie werden überall gesichtet, können über 5 m springen, und man macht sie, auch heute noch, für äußerst brutale Morde verantwortlich.

     

    Ihre Lieblingsspeise sind ungeborene Babies, die sie den schlafenden Schwangeren mit ihre langen Zunge aus dem Unterleib saugen, und jegliches Herzen und jegliche Leber(n).
    Wenn sie auf dem nächtlichen Streifzug keine lebende Beute finden, vergreifen sie sich an den frischen Leichen auf den Friedhöfen.

     

    Da Aswangs sogenannte ‚daywalker‘ sind, können sie nicht durch Sonneneinstrahlung getötet werden.
    Man empfiehlt Knoblauch, Salz und verschiedene religiöse Artefakte, wie zum Beispiel eine Peitsche aus dem Schwanz des Stachelrochens, oder Enthauptung.
    Neugeborene tragen oft Armbänder aus orangen und schwarzen Perlen, die mit Gebeten angebracht werden, um sie zu schützen.

    Wenn ein Mensch durch viel Glück einem Aswang entkommt, aber bereits gebissen wurde, wird er selber zu einem brutalem Monster.

    Erkennen kann man einen Aswang durch das fehlende Philtrum.
    Das Philtrum [ griechisch von philtron= Liebeszauber ] ist die Rinne zwischen der beiden Fältchen über der Oberlippe zur Nase.

    Es ist nicht ein Halloween-Scherz, denn das Wort ‚Aswang‘ kommt aus einer uralten
    indischen Sprache, nämlich aus dem Sanskrit.
    Es wurde zusammengesetzt aus dem Teil ‚Schwan‘ und ‚Ang Aso‘ = Aswango
    Weibliche weiße Schwäne sollen den Teufel beinhalten …

     

    Habt Ihr auch manchmal fürchterliche Albträume ?
    Habt Ihr schon heute in den Spiegel geschaut, ob Ihr denn ein Philtron habt ?

     

    Geht schnell nach Hause, denn sie kommen um Euch nachts zu holen …
    … Oder holt Ihr Euch selber Opfer ?

     

     

    mein Videolink

     

     

     

    lg Archi

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  • Die Sage zum Nordlicht

    [ Karl Knortz, Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas ]

    Das Nordlicht

    Ein kleiner, hilfloser Waisenknabe hatte, da er keine liebenden Geschwister hatte, nach langem Hinundherirren endlich bei einem lieblosen Onkel Obdach gefunden, der ihn aber so rauh und grausam behandelte und ihm dabei so äußerst wenig zu essen gab, daß er zuletzt so dünn und schwächlich wurde, daß ihn beinahe die Sonne umschien. Der böse Onkel hatte nämlich vor, sich seiner auf diese billige Art zu entledigen; aber der Knabe schien doch eine starke und zähe Natur zu besitzen, denn sein Tod ließ so lange auf sich warten, daß sein Peiniger beschloß, das entgegengesetzte Mittel anzuwenden, und seiner Frau befahl, ihm stets das fetteste Fleisch vorzusetzen und es ihm, wenn er satt sei, mit Gewalt hineinzustopfen.

    Sobald aber der Knabe dies merkte, nahm er die erstbeste Gelegenheit wahr und entfloh. Traurig wanderte er nun den ganzen Tag herum, und als der Abend kam, suchte er sich einen Schlafplatz auf einer hohen Fichte, damit ihn nicht die wilden Tiere während der Nacht zerrissen.

    Da hatte er denn einen sonderbaren Traum, in dem ihm eine göttliche Gestalt erschien und zu ihm sagte: „Ich bedaure dich, kleiner Knabe; doch steh auf und folge mir; ich will dir helfen!“ Darauf erwachte der Knabe, kletterte vom Baum herab und überließ sich der Führung eines vor ihm stehenden Manitus.

    Als er eine Weile fortgewandert war, kam er hoch hinauf in den Himmel, wo er einen Bogen mit zwölf Pfeilen bekam und ihm befohlen wurde, sofort zum nördlichen Horizont zu ziehen, um die dort hausenden wilden Geister zu töten.

    Das tat er denn auch, und er verschoß elf Pfeile, die wie leuchtende Blitze dahinflogen, ohne jedoch einen dieser Manitus zu treffen, viel weniger zu töten; denn diese konnten sich im Nu in irgendeinen unverwundbaren Gegenstand verwandeln. Auch wußten sie, daß die Pfeile des Knaben „medizinen“ waren und die Kraft besaßen, sie alle zu vernichten.

    Seinen letzten Pfeil, den zwölften, richtete er auf das Herz des Manituchiefs, doch dieser transformierte sich schnell in einen großen Felsen, und das Geschoß wurde ebenfalls vergebens abgefeuert. „Jetzt sind deine Gaben vergeudet“, schrie jener Chief darauf, „und du bist nun in meiner Macht und sollst zur Strafe für deine Vermessenheit für alle Zeiten am nördlichen Himmel festgebannt sein und nur zeitweilig als Nordlicht ein Lebenszeichen von dir geben!“

     

    mein Videolink

     

    lg Archi

     

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