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    Posted on by Archi

     

    Ich wünschte, dass jedes arme Flutopfer noch viel mehr als 4 Leben hätte

    Bild_Quelle *1

    Dazu wünschte ich mir, dass die Leute, die Spenden könnten, es wirklich tun.

    Nicht Geld allein ist wichtig, denkt doch mal an die armen Kinder, die ihr gesamtes Spielzeug verloren haben. Ich selbst werde die Tage im Keller nach meinen Stofftieren suchen. Es ist so ziemlich voll, in diesem 240 Liter-Sack. Diese Spielteilchen sind alle ohne Macken, werden noch kurz frisch gewaschen, getrocknet und dann hoffe ich, dass man sie KOSTENLOS an die Flutopferkinder verteilt, und ich sie nicht im Second-Hand-Shop wieder finde – wie es mir in Essen/NRW passierte, als ich im Kinderheim meine komplette 2-Kiddy-Ausrüstung, samt jeglichen Spielzeug, Hochstuhl, Laufbuggy, Springteilchen  abgeben wollte, und man mir sagte :

    “ WIR nehmen NUR Neuware, aber lassen Sie diese mal hier “

    Damit gab es ein Zack, und weg das teure Zeug, in den Müll … Ebay und Co gab es ja noch nicht …

    Wir haben leider keine vier Leben,  und je älter ich werde merke ich, dass die Älteren um mich herum nicht mehr über ihre Ängste sprechen wollen. Das Alter, alle Krankheiten und Todesängste werden verschwiegen, direkt ausgetackert, an die Pinnwand der Vergangenheit geheftet, mit dem Stillschweigewunsch, als ob der Tod nicht diese klitzekleine Nische schon länger hätte gefunden.

    Das ist traurig

    Damals noch bei den Familienfeiern mit Wurst mit Kartoffelsalat haben wir Jüngeren uns aufgeregt, weil die Älteren nur über Krankheiten und den Todesfällen ihrer Generation geredet hatten.

    Sie waren aber eigentlich weise, denn sie haben ihre Ängste nicht in sich hinein gefressen, und damit hatte der Krebs bei gesunder Ernährung kaum eine Chance seine bösartigen Krallenschnipsel in den Körper zu verteilen. Bei manchen Begebenheiten hatte meine leider Oma nicht helfen können.

    Vier Leben, oder neun oder unendlich – DAS wünsche ich Euch

    Meine Domain ist nun wieder für einige Tage im Pausenmodi

    Mein Vater, wurde vor kurzem wegen Blasenkrebs operiert, hat morgen einen weiteren Besprechungstermin für ‚weitere andere Operationen‘, die man Mittwoch, den 21.07.2021 vornehmen wird.

    Passt auf Euch alle auf – und denkt daran, dass wirklich nichts so wichtig ist, wie Euer Leben.

    Ich liebe Euch

    Archi

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  • Öffentlich Wasser predigen und heimlich Wein trinken

     

    Ist es nicht so, dass es die heutige Situation wiederspiegelt ?

    Diese Redewendung stammt von Heinrich Heine [1797-1856 ], einer  einer der bedeutendsten deutschen Dichter des 19. Jahrhunderts. Er stand wegen seiner Versen auf dem ‚Index verbotener Schriften‘ bei der katholischen Kirche, und als Jude wurde er politisch vorverurteilt.

    Bücher konnten, wie auch heute wieder, verboten werden und Zeitungsartikel wurden streng überwacht. Jede Veröffentlichung wurde kirchlich und politisch überprüft, und so landete der berühmte Dichter als einer der ersten bei der Zensurbehörde. 

    In seinen Versen ‚Deutschland. Ein Wintermärchen‘ beschreibt Heinrich Heine seine [Flucht-] Reise durch sein Heimatland Deutschland im November 1843. Er bedichtete darin seine Eindrücke vom Zustand seines Landes, denn mit den ‚Karlsbader Beschlüssen‘ ( Pressegesetze, ab 1819 ) erfolgte eine Verschärfung der Zensur. 19 große Seiten mussten beim Vorzensierer abgegeben werden, und was dort kirchlich und politisch nicht passte wurde von denen ersatzlos gestrichen.

    Die Auflagen waren so immens, dass Heinrich Heine im zweiten Band ‚Reisebilder‘ die Zensoren verulkte, indem er sich vorsorglich bereits selbst zensierte.Im zwölften Kapitel setzte er mit eigenen Unterlassungs-Strichen eine umfangreiche Zensurmaßnahme an, die nur vier Worte stehen lassen: ‚Die Deutschen Censoren‘ und sechs Zeilen weiter unten: ‚Dummköpfe‘

    Das hatte ihn nicht beliebter gemacht …

    Schon bald wurden seine Schriften völlig verboten und 1831 verließ er in Eile seine Heimat und lebte im Pariser Exil.

    ‚Deutschland. Ein Wintermärchen‘ ist eine Liebeserklärung an seine Heimat Deutschland und gleichzeitig ein Hinweis, was politisch alles verquer läuft,

    -> erschien 1844 in ‚Neue Geschichten‘ bei Hoffmann und Campe aus Hamburg

    [  Heinrich Heine ]
    Im traurigen Monat November war’s,
    Die Tage wurden trüber,
    Der Wind riß von den Bäumen das Laub,
    Da reist ich nach Deutschland hinüber.
    Und als ich an die Grenze kam,
    Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen
    In meiner Brust, ich glaube sogar
    Die Augen begunnen zu tropfen.
    Und als ich die deutsche Sprache vernahm,
    Da ward mir seltsam zumute;
    Ich meinte nicht anders, als ob das Herz
    Recht angenehm verblute.
    Ein kleines Harfenmädchen sang.
    Sie sang mit wahrem Gefühle
    Und falscher Stimme, doch ward ich sehr
    Gerühret von ihrem Spiele.
    Sie sang von Liebe und Liebesgram,
    Aufopfrung und Wiederfinden
    Dort oben, in jener besseren Welt,
    Wo alle Leiden schwinden.
    Sie sang vom irdischen Jammertal,
    Von Freuden, die bald zerronnen,
    Vom Jenseits, wo die Seele schwelgt
    Verklärt in ew’gen Wonnen.
    Sie sang das alte Entsagungslied,
    
    Das Eiapopeia vom Himmel,
    
    Womit man einlullt, wenn es greint,
    
    Das Volk, den großen Lümmel.

    Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
    
    Ich kenn auch die Herren Verfasser;
    
    Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
    
    Und predigten öffentlich Wasser.
    Ein neues Lied, ein besseres Lied,
    O Freunde, will ich euch dichten!
    Wir wollen hier auf Erden schon
    Das Himmelreich errichten.
    Wir wollen auf Erden glücklich sein,
    Und wollen nicht mehr darben;
    Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
    Was fleißige Hände erwarben.
    Es wächst hienieden Brot genug
    Für alle Menschenkinder,
    Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
    Und Zuckererbsen nicht minder.
    Ja, Zuckererbsen für jedermann,
    Sobald die Schoten platzen!
    Den Himmel überlassen wir
    Den Engeln und den Spatzen.
    Und wachsen uns Flügel nach dem Tod,
    So wollen wir euch besuchen
    Dort oben, und wir, wir essen mit euch
    Die seligsten Torten und Kuchen.
    Ein neues Lied, ein besseres Lied!
    Es klingt wie Flöten und Geigen!
    Das Miserere ist vorbei,
    Die Sterbeglocken schweigen.
    Die Jungfer Europa ist verlobt
    Mit dem schönen Geniusse
    Der Freiheit, sie liegen einander im Arm,
    Sie schwelgen im ersten Kusse.
    Und fehlt der Pfaffensegen dabei,
    Die Ehe wird gültig nicht minder –
    Es lebe Bräutigam und Braut,
    Und ihre zukünftigen Kinder!
    Ein Hochzeitkarmen ist mein Lied,
    Das bessere, das neue!
    In meiner Seele gehen auf
    Die Sterne der höchsten Weihe –
    Begeisterte Sterne, sie lodern wild,
    Zerfließen in Flammenbächen –
    Ich fühle mich wunderbar erstarkt,
    Ich könnte Eichen zerbrechen!
    Seit ich auf deutsche Erde trat,
    Durchströmen mich Zaubersäfte –
    Der Riese hat wieder die Mutter berührt,
    Und es wuchsen ihm neu die Kräfte

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    Heinrich Heine steht auch heute wieder auf der Verbotsliste, wie fast alle Ur-Deutschen Dichter, und viele davon sind Juden – oder haben wie Goethe zB einen Bezug zum Judentum. Was versteht das Jungvolk eigentlich nicht an vergangener Geschichte  …

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    Lasst uns zusammen noch ein Wintermärchen träumen,
    bevor die herbstliche Corona weitere Menschenlichter aushaucht,
    weil es bis jetzt noch immer nicht verstanden wurde,
    dass feiern nicht wichtiger ist als leben.

    Mein Wintertraum für Euch ->  wenn schon sterben, dann glücklich 
    © Archimeda1

     

     

    lg Archi

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