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  • Neue Sicherheitszäune für Dortmund

     

    Es hat mehrere Jahre gedauert den Teich wasserfest zu bekommen, denn obwohl eine Firma viel Geld für die Sanierung bekommen hatte, sickerte es fröhlich weiter durch die Natursteinmauer.

    Seit einigen Wochen ist nun Flüssiges eingefüllt, und weil der Teich so ca 1m tief ist, wird er rundherum geschützt.

    Ach ne, eigentlich kommen nur da Zäune hin, wo die Stolperstange fehlt, die so in ca 30 cm Höhe über dem ‚Immergrün‘ ein Lücke lässt.

     

     

    Ein Grund erschließt sich für mich nicht wirklich, denn die Leute, die die vielen Walnussbäume im Herbst abernten, die rechts und linksseitig an den Wegen wachsen, werden von diesem Schreckenstor sicher eher einen Lachkrampf bekommen als eine Warnung wahrzunehmen.
    Nun könnte man ja auch noch einen anderen Weg nehmen, um auf die Nuss-Wiese zu gelangen.
    Dazu geht man einfach den Weg lang, und kommt an eine höhere Mauer.

    Wie man auf nächstem Bild wunderbar erkennen kann, ist diese Doppeltorfront schon ziemlich beeindruckend. Leider aber auch durchgängig und unsinnig, wie so manches hier in dieser seltsamen Stadt DD.

     

     

    Ich lass mich einfach mal überraschen, ob alles so sinnfrei bleibt, wie es jetzt den Anschein hat …

    Dortmund dreht immer weiter durch

     

    [ Khalil Gibran ]

    Bedauernswert ist das Volk,
    dessen Staatsmann ein Fuchs ist,
    dessen Philosoph ein Schwindler
    und dessen Kunst aus
    Nachahmung
    besteht.

    lg Archi


  • Kein Monti für Cora

     

    Vor kurzem schrieb ich, dass wir vielleicht das Pflegekaterchen Monti aus dem Tierheim aufnehmen werden.
    Unsere Katze Cora hätte sich sicherlich über einen Katzenkameraden gefreut, denn sie kann mit unseren Kaninchen zwar kuscheln aber nicht sprechen.

     

    Leider ist Monti so krank, dass er nicht vermittelbar ist.

     

    Da wir uns schon mit der Idee einer Zweitkatze angefreundet haben bemühen wir uns um eine andere armen Kreatur, die keiner mehr haben will. Ich denke, dass es nicht lange dauern wird.

    Cora ist jetzt 9 Monate und wiegt über 3 Kg.
    Wir besorgen eine Kofferwaage, weil die Haushaltswaage nicht mehr Kilos anzeigen kann.

     

    Auf Balkonien war Cora nur so lange angeleint, bis sie verstanden hatte, dass man auf einem Geländer in 7 m-Höhe nicht rumlaufen darf.

     

     

    Sie hat schnell gelernt und ist schon fast erwachsen – und natürlich jetzt ohne Leine.

    Sie erfreut sich täglich über alle Düfte und Fliegetierchen, wie Bienen und Brummer. Ganz besonders mag sie die dicken Hummeln, die sie fast ehrfurchtsvoll beobachtet.

     

     

     

    Ich wünsche Euch einen schönen Samstagabend

     

    lg Archi

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  • Gestorbene Wünsche_Autistin beendet Testphase

     

    Ich hatte nur diesen einen Wunsch, nämlich dass meine virtuellen Freunde mir einmal hätten zum Geburtstag gratuliert, so wie ich allen zu Festtagen wie Weihnachten, Silvester und Geburtstagen gute Wünsche maile.
    Dazu werde ich oft angeschrieben, um Kommentare, private Lebenshilfefragen oder rechnertechnische Sachen zu erklären.

    Bis auf Jonathan und Peter hatte sich wieder niemand gemeldet.

    Die Spitze der Ungeliebtheit Meinereiner brachte BG´s Mutter, die sich zu meinem runden Geburtstag ein Billigessen aussuchte, dass ich dann kochen und mitzubringen hätte – samt irgendwelchem Eis als Nachtisch.

    Vor vielen Jahren lernte ich NT (= NeuroTypisch )-Wissen,
    … dass man in Augen schauen muss, damit sich das Gegenüber wohl fühlen kann, und man selber nicht als Lügner gilt
    … Hände schütteln, weil es sich so gehört
    … immer nett zu ein, damit man bloß nicht auffällt
    usw, usw

    Dieses bestimmende Nettsein und die dazugehörende Toleranz war für mich oft erfreulich, denn Freundlichkeit erweitert die Stimulanz der Sinne. Nettsein ist auch gar nicht schwierig, aber nach längerer Abwägung ist diese Gemütsstimmung eigentlich nur reichlich verlogen.
    Je netter man sich anstellt, je mehr wird man benutzt.

    Man sollte sich niemals verbiegen, nur damit andere Menschen einen mögen. Alle Menschen sollten sich täglich neu bemühen müssen um so ein friedliches Beieinander zu ermöglichen. Da reicht ein ‚Nett‘ nicht wirklich.

    Nun ja
    Nach jahrelanger Lern-Toleranz, was man als Freund tuen oder lassen sollte, erschließt sich für mich daraus nicht nur eine weitere Unwichtigkeit zu meiner Person, sondern auch das Resultat, dass ich meinen langjährigen Geburtstagskalender auf einen Quasi-Null-Personenstatus abändere.

    Über Jahre habe ich versucht mich an diese Normwelt anzupassen und mich verbogen an meiner Innerlichkeit. Ich habe mich oft so weit vergessen, dass ich mich selber nicht mehr mochte. Selbst meinen Schreibstatus habe ich an möglichst verständiger Sprache angegliedert.

    Dieser jetzt vergangene runde Geburtstag, der nun schon fast zwei Wochen her ist, war für mich eine Art Zielpunkt nach 10 Jahren versuchter Lebensänderung.
    Ich bin enttäuscht, fühle mich ausgenutzt und verletzt.
    Diese Verletztgefühlserfahrungen der eNTen-Welt ist für mich neu, und ich erachte sie als überflüssig. Darum werde ich alles  ausschalten was ich für gefühlsmäßig unnötig empfinde.

    Ich habe es satt tolerant, lieb und zuvorkommend zu sein – denn so bin ich nicht.

    Mein persönlicher Status bezieht sich auf Ehrlichkeit, Hilfeststellung und Ablehnung dessen was lerninkompatibel ist. Ich werde weiter Hilfe geben, wenn diese erforderlich ist, aber gefühlstechnisch gibt es keinerlei Annäherung mehr.

     

    Das meinige Experiment ‚Wünsche‘ ist misslungen __Autistin beendet Testphase !

     

    schuldlos_© Archimeda1

     

    damals vor  ein paar Jahren

    als ich noch in meinem wattebällchen gewohnt habe
    war die welt noch in ordnung, wie es schien
    irgendwann hat eine träne ein loch darein gebrannt

    es fiel ein licht zu mir

    dass ich erfassen wollte
    faser für faser hatte ich die watte zur seite gedrückt
    habe mir einen durchschlupf gemacht

    habe mich da rein gezwängt

    streckte die hände aus um zu berühren
    hob die augen um zu sehen
    hörte um zu verstehen

    gefühl für gefühl in eine mir unerfassbare welt
    nun hock ich hier in einer ecke
    meine hände berühren den boden

    der unter mir brennt

    meine augen sterben
    im licht der illusionen
    meine ohren getötet

    durch wörter eurer sprache

    komm doch  komm doch
    komm in unsere welt
    nun bin ich da

    ersticke

    an der einsamkeit der gemeinschaft
    komm doch komm doch
    wir verstehen

    fiebrig nach verständnis suchend

    hab ich mich verloren
    komm doch komm doch
    wir entschuldigen

    verbrannt

    am mich merken merken
    gefühlschaos der zeitlosigkeit
    ertrunken

    im extremen der gedanken

    in einer welt von verletzungen
    versunken
    in der sprache der sprachlosigkeit

    … schuldlos getötet …

    © Archimeda1

     

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  • Ein trauriger Tierheimbesuch

     

    Vorgestern bekamen wir einen Anruf vom Tierschutz. Es wurde gefragt, ob wir vielleicht noch ein Pflegeplätzchen frei haben.

    Eigentlich sind wir mit unseren drei Großkaninchen und Katze Cora reichlich dicht, aber schauen wollten wir trotzdem mal.
    Auf dem Parkplatz begegneten wir ein älteres Paar mit einem Minihund. Er kläffte fröhlich und sprang munter um seine Besitzer herum. Sie sagten, dass er im Tierheim in Urlaubs-Quarantäne war, und sie ihn nun wieder nachhause holen würden.

    Ich finde es eigentlich nicht so gut, wenn man in den Urlaub fährt, aber den Hund nicht mitnehmen will. Es gibt mittlerweile schon sehr viele günstige Angebote bei denen ein Hündchen ausdrücklich erwünscht ist.
    Eine andere Möglichkeit wäre eine Hundepension.
    Diese ist zwar nicht ganz so günstig, aber der Vorteil ist, dass in guten Pensionen geübt werden kann. Dazu bringt man den Hund erst stundenweise, dann mal zum Wochenende vorbei. Liebevolle Hundepensionsinhaber werden die Hunde beobachten und so zusammen bringen, dass sie sich gut verstehen. Meine Sis macht das seit Jahren, und darum ist ihr Hund oft mit den gleichen Hunden zusammen, weil ihre Freunde, mit denen sie zusammen Gassi geht, fast zur gleichen Zeit in Urlaub fahren.

    Eine Tierheimverwahrung sollte möglichst nur eine ‚letzte Möglichkeit‘ sein, weil dort auch Hunde sind, die schon länger dort sind.
    Man mag mich für verrückt halten, aber ich bin der Meinung, dass sich jedes Tier in seiner Sprache unterhält.
    Ein geliebter Wohnungshund, der dort die Geschichten der armen Heimhunde hört, dazu das befremdliche Personal und die Räumlichkeiten, wird dadurch in seinem Vertrauen zum eigenen Herrchen oder Frauchen stark verunsichert.
    Eher unsensible Menschen kann man vielleicht mit eNTe_n-Denken überzeugen ->
    Wer mag schon gerne aus gemütlichem und liebevollem Daheim zu Fremden in einem separatem Zimmer eingepfercht werden, die nicht mehr streicheln, sondern nur einen Futterteller hinlegen, und den Tag damit beenden, bis die dunkle und einsame Nacht durch die Sonne abgelöst wird …

    Im Tierheim-Außengehege sind BG und ich zuerst zu den Hundezwinger gegangen.
    Es gibt dort verschiedene Gänge, die man schleifenmäßig langgehen kann. An den großen Metalltoren hängen Schilder, die über das dortige Tier Auskunft geben.
    Jetzt in der Ferienzeit von DD war jeder Zwinger besetzt. Auf den Schildern stand meistens nur : „Keine Auskunft möglich, gerade herein gekommen, noch kein Profil vorhanden.“
    Ferienfundtiere … kann man so grob sagen. Was eine Schande
    Hunde gab es dort in allen Größen und Farben. Die meisten bellten und sprangen an den Gitterstäben empor um Aufmerksamkeit zu bekommen. Manche Hündchen lagen nur noch apathisch in Ecken. Ausgekläfft, ausgelaugt ohne weitere Hoffnung …
    Wir gingen alle Gänge durch. Irgendwie hat mich diese Situation an Kinderheime erinnert. Nach Liebe bettelnde Kinder, die DOCH nie adoptiert werden.

    Nachdem ich lange in einer Ecke gestanden hatte, bis ich nicht mehr weinen musste, sind wir ins innere des Tierheims gegangen.
    Kaninchen und Meerschweinchen gab es nur wenige, aber eine Menge Katzen.

    Katzen landen manchmal auch in Tierheimen, wenn sie Glück haben, und Mensch in Urlaub will. Glück darum, weil sie oft einfach nur ausgesetzt werden. In Wälder, Mülltonnen, Plastikabfallsäcken …
    Jeder weiß, dass Katzen ihr Heim als Territorium sehen, dass sie sich dort wohl- und zurecht fühlen. Sie schmusen mit ihren ‚Eigentümern‘ und geben alle Liebe zurück, die man ihnen gibt. Wenn die Babykatze dann ausgewachsen ist und ’nicht mehr so niedlich‘ ist, ist Katze oft nur noch ein Abfallprodukt und Störfaktor.
    … oder schwangeres und störendes Abfallprodukt …

    Wir durften in den internen Katzenbereich.
    Eine Katzendame wurde trächtig gebracht.
    Diese Bringerin, nenne ich mal netterweise nur ‚Person‘ kannte weder die Katze noch den Deck-Kater. Die trächtige Katze war ihr ‚zugelaufen‘.
    Das Tierheim kümmert sich nun um die Männchen ( die sind im Internet nicht gut zu verkaufen, wegen SteriKosten etc ) und

    von einem Katerbaby habe ich ein Bild bekommen

     

    „Dieser Minikater heißt Monti“, sagte der nette Pfleger. „Er wurde im Tierheim von einer lieben Abgabe-Mieze geboren. Keiner will aber Kater-Babies …
    Könnt ihr nicht mal versuchen das Tierchen noch …“

    Öm, Name schon gegeben ? *rechtsguck* …
    BG´S Augen signalisierten  -> Es ist noch Suppe da … *sing* …

    So nur zur Not, so als allerletzte Möglichkeit für Monti, haben wir unsere Handy-Nummern da gelassen
    Gleich beide Nummern, damit wir auch erreichbar sind …

     

    Wenn die Kotprobenuntersuchung keine Krankheiten zeigt, werden wir Monti oder den anderen Kater zu uns holen.
    Cora wird sich freuen, denn die Häschen kuscheln zwar mit ihr, aber sie versteht nicht deren Sprache …

     

    Wenn es Neues gibt, berichte ich dazu 

     

    lg Archi

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